Das Evangelische Krankenhaus Hubertus in Berlin Zehlendorf während des Stromausfalls. / © Imago Images/Mauersberger
Seit Samstagmorgen ist im Südwesten Berlin in weiten Teilen der Strom ausgefallen. Zum Wochenstart bleiben viele Schulen und Kitas geschlossen, es wurden Notbetreuungen eingerichtet. Noch sind rund 30.000 Haushalte und rund 1.700 Gewerbekunden von dem Stromausfall betroffen, der noch bis voraussichtlich Donnerstag anhalten soll. Notunterkünfte und Hilfsangebote sind eingerichtet.
Der Stromausfall soll durch einen Brand an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal in der Nähe des Kraftwerks Lichterfelde verursacht worden sein. Ein Bekennerschreiben der linksextremen »Vulkangruppe« wird als authentisch eingestuft.
Inzwischen sind vier größere Krankenhäuser in dem Gebiet wieder am Netz. Das teilte Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) mit. Es handelt sich demnach um das Helios Klinikum Emil von Behring, das Evangelische Krankenhaus Hubertus, das Krankenhaus Waldfriede und das Immanuel Kant Krankenhaus. Auch das ebenfalls betroffene Theodor Wenzel Werk hat wieder Strom. Nach ihren Worten wurde eine im Raum stehende Evakuierung von Häusern und die Verlegung von Patientinnen und Patienten somit verhindert.
Sie dankte den Kliniken Charité und Vivantes, die bei der Vorbereitung einer möglichen Verlegung unterstützt hätten. Von dem Stromausfall sind laut Czyborra auch zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Menschen in ihren Wohnungen betroffen. Der Senat sei in enger Abstimmung unter anderem mit der Feuerwehr, um diese Menschen notfalls in Pflegeeinrichtungen in anderen Stadtteilen zu verlegen, die freie Kapazitäten gemeldet hätten. Betroffen von dem Stromausfall, der auf einen Brandanschlag zurückgeht, sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.
Zu Bewältigung des großen Stromausfalls im Berliner Südwesten hofft die Hauptstadt auf Hilfe der Bundeswehr. Man wolle die »Kompetenzen der Bundeswehr mit einbeziehen«, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner. Er habe dazu mit verschieden Stellen der Bundesregierung telefoniert, so der CDU-Politiker, etwa mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU).
»Die Bundesregierung steht zur Verfügung, uns hier in dieser Krise zu unterstützen.« Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte, die Bundeswehr könne etwa bei der Versorgung der Menschen mit warmem Essen helfen. »Ich bin dankbar, wenn die Bundeswehr uns da unterstützen kann.« Der Anschlag auf Kabel sorgt seit dem frühen Samstagmorgen für einen großen Stromausfall, von dem zunächst 45000 Haushalte und mehr als 2200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.