| Alexander Müller |
| 01.03.2026 13:08 Uhr |
Hersteller Aliud hinterfragt in einer Online-Werbung den OTC-Bezug über die Apotheke vor Ort. / © Screenshot: Instagram
In dem kurzen Spot, mit dem Aliud sein Nasenspray in den sozialen Medien bewirbt, spricht ein vorgeblich erkälteter Mann direkt in die Kamera: »Hey Leute, wenn ich jedes Mal zur Apotheke rennen müsste, nur mal meine Familie und ich mal wieder einen Schnupfen haben, dann würde ich ja verrückt werden. Oder arm.«
Sein »Geheimtipp«: Mit den Nasensprays von Aliud könne man sich »auch für einen kleinen Preis komplett eindecken«. Gezeigt wird das ganze Sortiment an Nasensprays des Herstellers. Es folgen noch der Hinweis, dass man Nasenspray nicht länger als sieben Tage benutzen sollte, sowie der Pflichttext zu Risiken und Nebenwirkungen.
Zu diesen sollen die Patientinnen und Patienten ihre Ärztin in ihren Arzt oder in ihrer Apotheke fragen, das Produkt kaufen aber lieber über Amazon. Der Versandriese ist direkt verlinkt.
In zahlreichen Reaktionen unter dem Beitrag zeigen sich die Kommentatoren schockiert über die Werbung. Respektlosigkeit gegenüber den Apothekenteams und ein fragwürdiger Umgang mit Arzneimitteltherapiesicherheit werden dem Hersteller vorgeworfen.
Ein Beispiel: »Werbung mit dem Kühlschrank voll Nasenspray machen und dann den 7-Tage-Hinweis raushauen. Scheinheilig. Unglaublich.« Auch der Verweis auf Amazon bewegt etliche Kommentatoren – zumal der Preis dort nicht einmal besonders gut sei.
Zahlreiche Apothekerinnen, Apotheker und PTA kündigen zudem an, die Marke künftig nicht mehr empfehlen zu wollen oder den Hersteller wo möglich komplett auszulisten. Eine Stellungnahme von Aliud oder dem Mutterkonzern Stada steht noch aus.