Im Apothekerhaus in Münster tauschten sich AKWL-Präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening und Adexa-Präsident Andreas May über das Apothekenreformgesetz sowie Maßnahmen zur Stärkung des PTA-Berufs aus. / © AKWL
Sowohl May als auch von Elsenau Overwiening sind der Meinung: Die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Erhöhung von 8,35 auf 9,50 Euro sei unverzüglich umzusetzen. »Wer es mit der Stärkung der Vor-Ort-Apotheken als unverzichtbarem Bestandteil der Gesundheitsversorgung und der sozialen Infrastruktur ernst meint, darf sie nicht weiter kaputtsparen«, so von Elsenau Overwiening laut einer Pressemitteilung der Kammer. Andreas May ergänzte: »Es wird nicht gelingen, steigende Personalkosten, tarifliche Lohnsteigerungen und den zunehmenden Fachkräftemangel in den Apotheken zu bewältigen, wenn die Politik die zugesagte verlässliche und planbare Honorarentwicklung verweigert.«
Sie seien sich einig gewesen, dass das von der schwarz-roten Koalition vorgelegte Reformgesetz einige sinnvolle Elemente enthält, darunter die Erhöhung der Nacht- und Notdienstpauschale, der Abbau unnötiger Bürokratie und die Erweiterung des Katalogs pharmazeutischer Dienstleistungen. Dennoch lehnen beide die Regelungen zu einer befristeten Vertretung durch PTA ab. »Zum einen ist diese Regelung weder ausgereift noch zu Ende gedacht. Zum anderen löst sie keines unserer strukturellen Versorgungsprobleme. Diese entstehen insbesondere dadurch, dass die wohnortnahen Apotheken seit Jahren chronisch unterfinanziert sind«, heißt es in der Pressemitteilung.
In dem Gespräch stellte der Hauptgeschäftsführer der AKWL, Michael Schmitz, die umfassenden Aktivitäten zur Förderung des PTA-Berufs vor. Dazu zählen unter anderem die finanzielle Unterstützung der PTA-Schulen im Kammerbezirk sowie der PTA-Campus, eine digitale Plattform zur Vernetzung, Fortbildung und Information. Aktuell seien dort mehr als 9.000 PTA registriert. Ziel der Maßnahmen sei es, die fachliche Qualifikation, die Sichtbarkeit und die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten von PTA nachhaltig zu verbessern. Für die Förderung der PTA-Ausbildung und -Fortbildung sollen eigenen Angaben zufolge gut zehn Prozent des Kammerhaushalts entfallen.
Alle Gesprächspartner sollen die große Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Kammern, Gewerkschaften und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen hervorgehoben haben. »Nur durch gemeinsame Strategien lasse sich den aktuellen Herausforderungen – vom Fachkräftemangel bis zu strukturellen Veränderungen im Apothekenwesen – wirksam begegnen und die Zukunft der Apothekenberufe sichern«, so die Mitteilung.