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Apothekenreform im Bundestag
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Adexa fordert Honorarerhöhung und PTA-Aufbaustudium 

Bei der Anhörung im Bundestag hat sich in der vergangenen Woche auch die Adexa geäußert. Die Gewerkschaft forderte unter anderem einen Bachelor-Abschluss für PTA und eine gesetzlichen Personalbemessung auf Basis der abgegebenen Packungszahlen. 
AutorKontaktPZ
Datum 09.03.2026  14:00 Uhr

Am 4. März fand im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages die öffentliche Anhörung zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) statt. Dazu waren zahlreiche Verbände, darunter die ABDA und die Apothekengewerkschaft Adexa, eingeladen. 

Für die Gewerkschaft war Bundesvorstand Andreas May anwesend, der bei der Anhörung die Perspektive der Apothekenbeschäftigten einbringen wollte. Nach Angaben der Adexa beantwortete er mehrere Fragen zur zukünftigen Struktur der Apothekenversorgung, zu möglichen neuen Aufgaben für Apotheken sowie zur wirtschaftlichen Lage der Betriebe. Ein zentrales Thema war dabei auch die Vergütung der Apotheken. Die Apothekerschaft fordert seit Jahren eine Anhebung des Fixhonorars, die bereits im Koalitionsvertrag von der Bundesregierung versprochen, aber aufgrund der schwierigen Finanzierung nicht umgesetzt wurde. 

In der Anhörung begrüßte die Adexa zwar die grundsätzlichen Ziele der Reform, betonte aber gleichzeitig, dass nur gute Arbeitsbedingungen die Versorgung langfristig sichern können. Daher formulierte die Gewerkschaft mehrere Forderungen: 

  • Honorar und Personalumlage: Die Adexa fordert die sofortige Anhebung des Fixums von 8,35 Euro auf 9,50 Euro und Einführung einer verbindlichen Personalumlage von 0,80 Euro, zur direkten Gehaltssteigerung, um Apothekenberufe attraktiver zu machen.
  • Tarifgebundene Zuschläge: Da Tarifbindung nicht flächendeckend besteht, fordert die Adexa, dass Zuschläge für Landapotheken oder Nacht- und Notdienste ausschließlich an tarifgebundene Apotheken fließen. Öffentliche Mittel sollten faire Bedingungen fördern, nicht umgehen.
  • Aufwertung des PTA-Berufs: Die Adexa fordert die Einführung eines Aufbaustudiums mit Bachelor-Abschluss für PTA, inklusive klarer Qualifikationsstufen, Haftungsregelungen und arbeitgeberfinanzierter Weiterbildung.
  • Regulierung des Versandhandels: Die Adexa will echten Wettbewerb durch gleiche Standards (zum Beispiel für Ausstattung, Personalbesetzung, Erreichbarkeit) für Versand- und Vor-Ort-Apotheken schaffen. Außerdem wünscht sie sich ein Verbot für ausländischer Rx-Rabatte.
  • Zweigapotheken und Leitungsflexibilität: Die Adexa fordert bundeseinheitliche Mindeststandards für Personalstärke, Dienstpläne und Haftungsregeln bei geteilten Leitungsmodellen, um Alleinarbeit, Kostenoptimierung und Vereinbarkeitskonflikte zu verhindern. Zweigapotheken dürften nicht zu unterbesetzten Mini-Standorten werden – das gefährde Arbeitsbedingungen und Patientensicherheit.

Wie die Gewerkschaft berichtet, unterstützte Andreas May auf Nachfrage von Ates Gürpinar (Die Linke) ausdrücklich die Forderung nach einer gesetzlichen Personalbemessung auf Basis der abgegebenen Packungszahlen: »Ich finde diese Forderung sehr gut. Es gibt bisher keine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung, die sagt, wie viel Personal vorgehalten werden muss. Eine Ausgestaltung würde auf jeden Fall Sinn ergeben«, sagte May. 

Aus Sicht der Adexa zeigt die Anhörung, dass im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch erheblicher Diskussionsbedarf besteht. Die Gewerkschaft fordert daher, die Arbeitsbedingungen und die Personalsituation in den Apotheken stärker in den Mittelpunkt der Reform zu stellen. Denn eine stabile Arzneimittelversorgung ist langfristig nur möglich, wenn auch die Beschäftigten in den Apotheken nachhaltig gestärkt werden.

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