Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Apothekenreform 
-
Adexa fordert Erweiterung der PTA-Kompetenzen

Die Apothekengewerkschaft Adexa beklagt, dass die geplante Apothekenreform zwar neue Aufgaben für PTA vorsehe, aber keine dazu passende Qualifikationsförderung. Die Gewerkschaft schlägt daher ein praxisorientiertes Aufbaustudium vor, das PTA auf neue Aufgaben vorbereitet. 
AutorKontaktPZ
Datum 19.01.2026  17:26 Uhr
Adexa fordert Erweiterung der PTA-Kompetenzen

Die Apothekengewerkschaft Adexa spricht sich seit Langem für eine politische und öffentliche Aufwertung des PTA-Berufs aus. Diese sei ein zentraler Baustein, um dem Fachkräftemangel in Apotheken entgegenzuwirken und die Attraktivität des Berufs langfristig zu steigern. »Diese Wertschätzung ist entscheidend, um die Arzneimittelversorgung in Deutschland langfristig zu sichern und Apotheken als attraktive Arbeitgeber zu stärken«, betont Adexa-Bundesvorstand Andreas May auf der Website der Gewerkschaft. 

Doch im Kabinettsentwurf des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) spiegele sich diese wertschätzende Haltung nicht wider. May sieht insbesondere die erneute Verschiebung der dringend notwendigen Honorarerhöhung sowie die geplante Vertretungsregelung für PTA kritisch. Die Vertretungslösung solle vorrangig Versorgungslücken im ländlichen Raum schließen, setze jedoch keine gezielte Qualifikationsförderung voraus.

Neuer Studiengang für PTA? 

»PTA übernehmen einen großen Teil der pharmazeutischen Aufgaben – häufig im direkten Patientenkontakt und mit hoher fachlicher Verantwortung«, so May. Um diese Leistung angemessen zu würdigen und die Arzneimittelversorgung langfristig zu sichern, brauche es erweiterte Kompetenzen, klare Karrierewege und eine angemessene Vergütung.

Die Adexa plädiert dafür, ein praxisorientiertes Aufbaustudium für PTA zu entwickeln, das sich an erfolgreichen Modellen wie dem »Physician Assistant« orientiert. Damit könnten qualifizierte PTA gezielt auf anspruchsvollere Tätigkeiten vorbereitet werden – etwa im Bereich pharmazeutischer Dienstleistungen, Impfberatung oder digitaler Versorgungsprozesse. Voraussetzung für die Umsetzung sind laut der Gewerkschaft rechtlich klare Rahmenbedingungen, ein sorgfältig abgestimmtes Curriculum, definierte Verantwortungsbereiche und tragfähige Finanzierungsmodelle.

»Nur so entsteht ein echter Mehrwert für PTA und Apothekenteams«, unterstreicht May. Befürchtungen, eine Erweiterung der PTA-Kompetenzen könnte zu Konkurrenz mit angestellten Apothekerinnen und Apothekern führen, teilt May nicht. Ziel müsse es sein, die Approbierten zu entlasten, damit sie sich auf komplexe pharmazeutische Tätigkeiten konzentrieren können.

Mehr von Avoxa