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Atemwegsinfekte
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Abwarten spart Antibiotika ein

Die ärztliche Empfehlung, ein Rezept für ein Antibiotikum bei Atemwegsinfekten erst verzögert einzulösen, könnte den Antibiotikaverbrauch deutlich verringern – häufig ohne große Einbußen in Wirksamkeit und Patientenzufriedenheit. Das legt ein aktuelles Cochrane-Review nahe.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 03.11.2023  12:30 Uhr
Verzögerte Einlösung als Kompromiss

Verzögerte Einlösung als Kompromiss

Das Review zeigt, dass sich viele Symptome von Atemwegserkrankungen unabhängig davon wieder bessern, ob ein Antibiotikum sofort oder frühestens 48 Stunden nach der Verordnung eingenommen wird. Eine sofortige Einnahme zeigte moderate Vorteile bei einigen Symptomen von Hals- und Mittelohrentzündungen, dafür reduzierte eine verzögerte Verschreibung signifikant den Antibiotikagebrauch.

Um den Antibiotikaverbrauch weiter zu reduzieren, schlagen die Forschenden vor, Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen in angebrachten Fällen ohne Rezept nach Hause zu schicken – mit dem Hinweis, dass sie bei anhaltenden Beschwerden wiederkommen sollten. Falls Ärzte dennoch direkt ein Antibiotikum verschreiben möchten, könnte ein Rezept mit dem Hinweis auf eine verzögerte Einnahme ein akzeptabler Kompromiss sein, »um den unnötigen Antibiotikaverbrauch bei Infektionskrankheiten deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit und Zufriedenheit der Patienten zu erhalten.«

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