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Kassen und Grüne
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Absage an pauschale Honorarerhöhung

Die Apothekenreform ist auf dem Weg – an diesem Donnerstag wird sich der Bundestag erstmals mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) befassen. Zentral bleibt die Frage nach dem Fixum – für Kritiker darf dieses nicht »mit der Gießkanne über alle Apotheken im Land« verteilt werden.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 23.02.2026  12:02 Uhr

Parallel zum ApoVWG soll eine Verordnung das Honorar neu regeln; Apotheken und Kassen sollen das Fixum künftig regelmäßig untereinander verhandeln. Für die Apotheken sollen diese Verhandlungen bei 9,50 Euro starten und nicht bei den derzeitigen 8,35 Euro – dies hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken unlängst beim PZ-Livetalk »Alex Doppelte Dosis« angekündigt. Die Ministerin will sich demnach an den schwarz-roten Koalitionsvertrag halten und die Erhöhung durchsetzen. Sie solle in die Berechnungen der Finanzkommission Gesundheit, die erste Ergebnisse Ende März vorlegen soll, eingepreist werden. Bislang ist sie in den Gesetzesplänen noch nicht festgemacht.

Wenn es nach den Kassen geht, bleibt das auch so. Wie Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, gegenüber dem Portal web.de sagte, sei es in der derzeitigen Situation der Gesetzlichen Krankenversicherung »gar nicht darstellbar und nicht zielführend, das Geld der Beitragszahlenden mit der Gießkanne über alle Apotheken im Land zu verteilen«.

Piechotta: »Ganz andere Herausforderungen« für Landapotheken

Stoff-Ahnis argumentierte, dass von einer pauschalen Erhöhung auch ohnehin wirtschaftlich starke Apotheken profitieren würden – in den Blick genommen werden müssten aber vielmehr Betriebe in strukturschwachen Gegenden, in denen nicht so viele Rezepte eingelöst würden. Vorstellbar seien daher unterschiedliche Vergütungen für Stadt- und Landapotheken. 

Die Apothekenberichterstatterin der Grünen-Bundestagsfraktion, Paula Piechotta, sieht das ähnlich. Sie sagte web.de, dass kleine Landapotheken »vor ganz anderen Herausforderungen« stünden als Betriebe in urbanen Gebieten. Piechotta betonte, der Bundestag dürfe angesichts der knappen Kassenfinanzen »keinen Gesetzentwurf durchgehen lassen, der einfach mit der Gießkanne mehr Versichertengeld auf alle Apotheken verteilt«. Es müsse vielmehr auf Standorte in ländlichen Gebieten abgezielt werden.

Dass sich Schwarz-Rot im Koalitionsvertrag auf das auf 9,50 Euro erhöhte Fixum geeinigt hatte, wertet die Grünen-Politikerin als Fehler. »Es ist nicht vermittelbar, wenn Arbeitnehmer mit niedrigen Einkommen in einer Zeit steigender Preise und Unsicherheit für höhere Apothekenvergütungen bezahlen sollen«, so Piechotta zu dem Portal.

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