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Honorar
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ABDA startet »Frühling der Proteste«

Die Apotheken wollen ein angepasstes Honorar. Dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) dies unlängst zusagte, begrüßt die ABDA und will Warkens Kurs stützen. Man brauche aber Verbindlichkeit. Um dies durchzusetzen, soll es einen »Frühling der Proteste« geben. Gestartet wird heute.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 29.01.2026  12:47 Uhr

Dreh- und Angelpunkt der Apothekenforderungen ist das höhere Fixum – und das ist bislang noch nicht offiziell in die Reformvorhaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) aufgenommen, auch wenn es im schwarz-roten Koalitionsvertrag steht. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) versicherte allerdings beim PZ-Livetalk »Alex’ Doppelte Dosis« am Dienstagabend in Berlin, dass die 9,50 Euro kommen. Mitte Dezember hatte das Bundeskabinett das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) hingegen ohne Honorarplus beschlossen.

ABDA-Präsident Thomas Preis setzt auf die Zusage der Ministerin und will ihre Pläne unterstützen, sieht allerdings noch keinen »fixen Fahrplan« beim Honorar, wie er heute bei einer Online-Pressekonferenz der ABDA festhielt. Kurz bevor sich der Bundesrat morgen mit dem ApoVWG befasst, hatte die Standesvertretung zu einem Pressetermin geladen, um über neuerliche Apothekenproteste zu informieren.

Angefangen mit der vorläufigen Honorarabsage beim Deutschen Apothekertag im vergangenen September in Düsseldorf, habe Warken immer wieder angekündigt, dass sie eine Erhöhung wolle,  dass dies »ihr Bestreben« sei, erklärte Preis. Dennoch gebe es bis heute keine verbindliche Zusage. Umso wichtiger sei, dass die Apotheken die Dringlichkeit einer Erhöhung klar signalisierten.

Die teils prekäre Lage der Betriebe

Mit einem »Frühling der Proteste« soll das umgesetzt werden. Er beginne heute – noch im Januar sollten Plakataktionen im öffentlichen Raum sowie Aktionen bei Social Media anlaufen, erklärte Preis. Derzeit würden die Apotheken mit entsprechendem Material versorgt. Hinzu kämen Aktionen der Apothekenteams, etwa Online-Petitionen, über die auch die Bürgerinnen und Bürger artikulieren könnten, wie wichtig eine Versorgung vor Ort sei. Die Kampagne läuft unter dem Slogan »Uns gibt’s nicht zum Nulltarif«.

»Wir wollen die Gesellschaft über die bedrohliche Situation für die Apotheken und somit auch für die Versorgung der Patientinnen und Patienten informieren«, so Preis. Die Kampagne werde das Ziel «mit vielen Fakten, aber auch mit Emotionen erreichen«.

Wie die Apotheken darüber hinaus sichtbaren Protest zeigen können, soll im Rahmen einer außerordentlichen ABDA-Mitgliederversammlung am 25. Februar beraten und anschließend bei einer Pressekonferenz verkündet werden. Dem wolle man heute nicht vorgreifen, so Preis.

Der ABDA-Präsident skizzierte die zentrale Rolle der Apotheken in der Versorgung, wies gleichzeitig auf die teils prekäre wirtschaftliche Lage der Apotheken hin. Ein Drittel der Betriebe stehe unter wirtschaftlichem Druck, sieben Prozent machten Verluste, es werde für viele immer unattraktiver, eine Apotheke zu führen oder gar zu eröffnen.

Impfzahlen verdoppelt

Zwar stiegen die Umsätze, allerdings sei dies nicht aussagekräftig, weil der Trend von den Hochpreisern getragen werde; die Umsatzrendite sinke seit Jahren – wie auch die Anzahl der Apotheken auf inzwischen 16.601, den niedrigsten Wert seit fast 50 Jahren. Leidtragende seien schon jetzt die Patientinnen und Patienten, die durch das dünner werdende Netz immer weitere Wege zurückzulegen hätten.

Dass Apotheken das Gesundheitssystem entlasten und mehr bei der Primärversorgung leisten könnten, verdeutlichten jüngste Impfzahlen, so Preis. So habe sich die Quote der Influenza-Impfungen von der vergangenen bis zur aktuellen Saison von 87.231 auf nunmehr 172.941 Impfungen verdoppelt, sagte der ABDA-Präsident. Immer mehr Offizinen böten diese Leistung an, auch weil mit dem ApoVWG eine Ausweitung der Impfangebote in Apotheken auf alle Totimpfstoffe geplant sei.

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