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Neue Kampagne
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ABDA ruft Politiker zur Unterstützung auf

Die ABDA macht weiter gegen das geplante Apotheken-Reformgesetz (ApoRG) mobil. Nun hat sie die neue Kampagne »Gesundheit sichern. Die Apotheke« gestartet, in der sie über Leistungen und Kompetenzen der Apotheker informiert und vor den Folgen der Gesetzespläne warnt. Dazu hat sie eine Info-Broschüre erstellt und an Politiker geschickt. Die Broschüre soll auch als Grundlage für politische Gespräche dienen.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 24.07.2024  11:02 Uhr

Seit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am 12. Juni den Referentenentwurf zum »Gesetz für eine Apothekenhonorar- und Apothekenstrukturreform« (ApoRG) vorgelegt hat, läuft die Apothekerschaft Sturm gegen die Pläne. In einer Stellungnahme lehnte die ABDA den Entwurf vollständig ab und forderte, die Reform zurückzunehmen. Briefe, Kundgebungen in Hessen, Medienkampagnen und Petitionen folgten. Am 19. Juli machte die Apothekerschaft bei einer Regionalkonferenz in Köln auf die Auswirkungen der Pläne aufmerksam, am 28. August sind Großkundgebungen in Erfurt und Dresden geplant.

Am 16. Juli war der vorläufige Kabinettsentwurf zum Apotheken-Reformgesetz (ApoRG) bekannt geworden. Darin hält Minister Lauterbach an der umstrittenen PTA-Vertretungsregelung fest. Leichte Anpassungen gab es bei Zweigapotheken, den Regeln für Filialverbünde und zu Honorarverhandlungen.

ABDA setzt auf Dialog

Das Bundeskabinett wird das Gesetz voraussichtlich am 21. August beschließen. Mit Blick auf diesen Termin hat die ABDA eine Info-Broschüre erstellt und sie an zahlreiche Politikerinnen und Politiker verschickt. Wie die Bundesvereinigung am Dienstag in einem Schreiben an die Mitgliedsorganisationen mitteilte, versandte sie die Broschüre an alle Mitglieder der Ausschüsse für Gesundheit und Soziales im Bundestag sowie an alle Patientenbeauftragten in den Bundesländern. In dem Schreiben ruft die ABDA auch die Mitgliedsorganisationen und damit alle Apothekerinnen und Apotheker auf, die Broschüre für ihre politische Arbeit zu verwenden und sie in politischen Gesprächen vorzulegen.

»Wie steht es um die Apotheken in Deutschland?« – diese Frage prangt auf dem in leuchtendem Rot gehaltenen Titel der Info-Broschüre. Darin informiert die ABDA die Leserinnen und Leser über den Nutzen der Apotheken für die Gesellschaft, das verfassungsrechtliche Gutachten von Professor Udo Fabio zum ApoRG und eine kürzlich durchgeführte Patientenumfrage.

Die Broschüre greift im ApoRG geplante Vorhaben auf und warnt vor den Folgen. So gefährde das BMG-Konzept der »Apotheke ohne Apotheker« den sozialen Frieden, heißt es. Damit werde der Apothekerberuf »als systemrelevanter Beruf der kritischen Infrastruktur« abgeschafft. Zudem liefert die Broschüre Fakten, die verdeutlichen sollen, welchen Beitrag die Apotheken vor Ort für die Gesundheitsversorgung leisten und warum sie selbst einen Wirtschaftsfaktor darstellen.

»Drohende Ausdünnung der Versorgung verhindern«

Mit der Broschüre wolle die ABDA deutlich machen, wie wichtig die Leistungen und die Kompetenzen der Apothekerinnen und Apotheker für die Bevölkerung sind, welchen Irrtümern und Fehleinschätzungen das Bundesgesundheitsministerium unterliege und worauf die Apothekenreform am Ende hinauslaufe, erläutert ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening im Editorial. Und weiter: »Sie erfahren, warum die »Apotheke ohne Apotheker« eine Mogelpackung ist und wie sehr die Menschen die Apotheke vor Ort brauchen und wollen.« Laut Overwiening war das wohnortnahe Netzwerk, das derzeit nur noch aus 17.400 inhabergeführten Apotheken besteht, bereits vor der Apothekenreform in Gefahr. Nun stehe es »definitiv auf der Kippe«, warnt sie.

Sie fordert daher die Leserinnen und Leser auf, sich für den Fortbestand der »Apotheke vor Ort« einzusetzen. »Wir bitten Sie, Ihren politischen Wirkungskreis zu nutzen und die drohende Ausdünnung der Versorgung zu verhindern«, spricht Overwiening die Politikerinnen und Politiker direkt an. Gerade mit Blick auf die alternde Gesellschaft brauche Deutschland deutlich mehr pharmazeutische Kompetenz in der Fläche und nicht die Abschaffung der Apothekerinnen und Apotheker, betont die ABDA-Präsidentin.

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