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Studie
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911 Gemeinden haben keine Apotheke mehr

Laut einer Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen gibt es in 911 deutschen Gemeinden keine Apotheke mehr. Die Studie wurde vom Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) und dem Großhändler Noweda unterstützt.
AutorKontaktPZ
Datum 01.04.2026  15:32 Uhr

Mit 16.601 Betriebsstätten wurde im vergangenen Jahr ein neuer Rekordtiefstand bei der Apothekenzahl erreicht. Insbesondere auf dem Land seien weite Wege in die Apotheke bereits heute der Normalfall, moniert die Noweda. »Der schnelle und selbstverständliche Besuch in der Apotheke wird in immer mehr Städten und Gemeinden zur Herausforderung«, so die Apothekergenossenschaft.

Ein Forscherteam um Professor Georg Götz von der Universität Gießen hat herausgefunden, dass es in 911 Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern mittlerweile keine Apotheke mehr gibt. Dies entspreche circa 8,38 Prozent aller Gemeinden und umfasse insgesamt 2.723.125 Einwohnerinnen und Einwohner beziehungsweise rund 3,3 Prozent der Bevölkerung.

Auch 5.508 Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern müssten ohne Apotheke auskommen. Laut den Wissenschaftlern sind davon 4,1 Millionen Menschen betroffen, die sich an Apotheken in Nachbargemeinden wenden müssten. »Für sie sind die Wege zur nächsten Apotheke schon jetzt sehr weit«, so die Genossenschaft. Würde sich die Situation in diesen Regionen weiter zuspitzen, könnte man nicht mehr von einer flächendeckenden und gerechten Gesundheitsversorgung sprechen.

»Dass der Staat sich darum kümmert, den Bürgern Postdienstleistungen auch in kleinen Orten zu ermöglichen, ist wichtig und löblich. Grob fahrlässig ist es dagegen, dass man dem ungebremsten Apothekensterben der vergangenen Jahre zugesehen hat, ohne nachhaltige Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stärkung zu verabschieden«, so Noweda-Chef Michael Kuck.

»Apotheken werden in Notfällen rund um die Uhr gebraucht. Hinzu kommt: Gerade in kleinen Gemeinden, in denen es bis zur nächsten Arztpraxis weit ist, übernehmen sie immer mehr Gesundheitsleistungen und sichern so die Versorgung. Wie kann man von Daseinsfürsorge sprechen, wenn vor allem die Menschen auf der Strecke bleiben, die auf diese Fürsorge der Apotheken in ihrer unmittelbaren Nähe zwingend angewiesen sind, etwa weil sie nicht mobil genug sind?«, ergänzt Thomas Rochell, Vorstandsvorsitzender des Apothekenverbands Westfalen-Lippe.

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