Die Zahl der abgefangenen Päckchen und Pakete mit illegalen und gefälschten Medikamenten stieg in Irland von 2024 auf 2025 um 180 Prozent. / © Getty Images/mirsad sarajlic
Laut der irischen Arzneimittelbehörde Health Products Regulatory Authority (HPRA) wurden im Jahr 2025 763.027 Einheiten illegaler oder gefälschter Medikamente in knapp 14.000 Paketen beschlagnahmt. Im Jahr 2024 waren es mehr als eine Million. »Obwohl wir in diesem Jahr einen Rückgang der Beschlagnahmungen verzeichnen, bedeutet das nicht, dass die Nachfrage nach bestimmten Produkten zurückgegangen ist. Mit mehr als dreiviertel Millionen illegalen Medikamenten ist die Lage wirklich besorgniserregend«, sagt Jennifer McCartan von der HPRA in einer Pressemitteilung der Behörde.
Zu den illegalen Medikamenten gehörten:
»Die Beschaffung von verschreibungspflichtigen Medikamenten außerhalb einer registrierten Apotheke und ohne angemessene medizinische Aufsicht stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar«, warnt McCartan und fügt hinzu: »Die Verwendung solcher Produkte kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen und stellt eine reale – aber vermeidbare – Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar.«
Auffällig ist der starke Anstieg der Menge der beschlagnahmten GLP-1-Rezeptoragonisten. Diese Medikamente sind in Irland und in Deutschland verschreibungspflichtig und werden zur Behandlung von Diabetes oder zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Da sie ein Hormon nachahmen, das das Sättigungsgefühl steigert, werden die Inkretinmimetika auch »Abnehmspritzen« genannt.
Die Zahl der sichergestellten GLP-1-Dosiseinheiten stieg in Irland von 1.582 im Jahr 2024 auf 48.752 im Jahr 2025. Der Großteil dieser Produkte wurde laut der Behörde damit vermarktet, dass sie Semaglutid oder Tirzepatid enthalten. Im Gegensatz zu den Originalmedikamenten als Fertigpen handelte es sich bei den beschlagnahmten Produkten hauptsächlich um GLP-1-Tropfen (27.329 Artikel) und Microneedle-Patches (17.170 Artikel), die in dieser Form überhaupt nicht zugelassen sind.
Tests der HPRA an einer Probe transdermaler Pflaster aus dem Jahr 2025 ergaben, dass diese entgegen den Angaben auf Verpackungen und Werbematerialien kein Semaglutid enthielten. Ob und welcher Wirkstoff stattdessen enthalten war, teilte die Behörde nicht mit.
Einen bedeutenden Anstieg verzeichnete die Behörde auch bei Pregabalin: Wurden 2024 noch 23.442 Einheiten sichergestellt, waren es im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viele (59.905).