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Apothekensterben
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34 Schließungen in Hessen im vergangenen Jahr

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Apotheken in Hessen stetig gesunken. Auch im Jahr 2025 setzte sich das Apothekensterben mit 34 weiteren Schließungen auf hohem Niveau fort. Dies teilte die Landesapothekerkammer Hessen in einer Pressemitteilung mit.
AutorKontaktPZ
Datum 30.01.2026  14:45 Uhr

Zum Ende des Jahres 2025 gab es in Hessen laut der Landeskammer noch 1273 Apotheken, 34 Schließungen und zwei Neueröffnungen. Damit sei die Anzahl der Apotheken im Land in den vergangenen 15 Jahren um mehr als 25 Prozent gesunken. Auch in anderen Bundesländern gab es 2025 eine Steigerung der Apothekenschließungen.

»Die Gründe für die Schließung einer Apotheke vor Ort sind vielfältig, doch insbesondere die finanziellen Rahmenbedingungen erschweren es Apothekeninhaberinnen und -inhabern zunehmend, wirtschaftlich zu arbeiten«, so die Kammer. Hauptgrund sei das seit 2013 nicht mehr angepasste Packungshonorar. Obwohl Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) beim neuen PZ-Format »Alex’ Doppelte Dosis« die Erhöhung auf 9,50 Euro versprach, ist diese noch nicht umgesetzt worden. 

»Nicht nur in Zeiten einer alternden Gesellschaft ist die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln und mit persönlich erbrachten Pharmazeutischen Dienstleistungen durch die Apotheke vor Ort essenziell für eine sichere Gesundheitsversorgung«, sagte Kammerpräsident Christian Ude und fügte hinzu: »Dass immer mehr Apotheken schließen, gefährdet diese von den Bürgerinnen und Bürgern als selbstverständlich angesehene Versorgungssicherheit, die ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge ist.« 

Viele Apotheken würden wegen der jahrelangen Stagnation des Honorars ums Überleben kämpfen. Laut Christian Ude werde die kürzlich vorgestellte Apothekenreform die  finanzielle Situation der Apotheken nicht verbessern. »Die im Gesetzentwurf beschriebenen neuen Aufgaben und die Stärkung des heilberuflichen Profils sind wichtig und begrüßenswert. Doch diese können nur von den Apotheken geleistet werden, wenn zuvor eine spürbare finanzielle Entlastung und eine spürbare wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken durch die von den Regierungsfraktionen im Koalitionsvertrag zugesagte Honorarerhöhung erfolgt.«

Bislang sei die flächendeckende und wohnortnahe Arzneimittelversorgung in Hessen noch gesichert. »Sollte die Zahl der Apotheken jedoch weiter sinken, könne die Versorgungssicherheit ab einem gewissen Punkt nicht mehr in der bisherigen Form geleistet werden«, so die hessische Apothekerkammer in ihrer Mitteilung. 

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