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Stillen: Das ist der Wissensstand in Deutschland

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Das Bundesgesundheitsblatt hat ein Themenheft zum «Stillen in Deutschland aus wissenschaftlicher Sicht» herausgegeben. «Stillen ist mehr als die Ernährung des Babys», heißt es in einer begleitenden Pressemitteilung. «Sowohl bei Kindern als auch bei Müttern geht Stillen mit körperlichen und psychischen Veränderungen einher.» Die positiven Effekte des Stillens für Kind und Mutter seien klar belegt, so das Fazit. So haben Säuglinge ein geringeres Risiko für Atemwegsinfekte und erkranken seltener an Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2, wenn über vier bis sechs Monate ausschließlich gestillt wird.

 

In zahlreichen Abhandlungen beleuchten Mediziner und andere Experten in dem Themenheft verschiedene Aspekte, wie die Verbreitung des Stillens in Deutschland und im europäischen Vergleich, Maßnahmen zur Stillförderung, den Nutzen des Stillens, aber auch mögliche Risiken wie die Übertragung von Krankheitserregern und Fremdstoffen.

 

Aus Sicht der Wissenschaft sei es eine Herausforderung, die Wirkung des Stillens auf Mutter und Kind genauer zu bestimmen. Kontrollierte Studien seien schwer umsetzbar, oft fehle es auch an Langzeitdaten. Erschwert werde die wissenschaftliche Evaluation des Stillens in Deutschland, weil hierzulande kein flächendeckendes Monitoring zu Häufigkeit und Dauer durchgeführt werde.

 

Erstmals werden hierzu Daten aus der KiGGS-Studie präsentiert. Demnach stiegen die Stillquoten zwischen den Geburtsjahrgängen 2009/2010 und 2013/2014 an, während die durchschnittliche Stilldauer sich nicht veränderte. Die Quoten für ausschließliches Stillen für mindestens vier Monate lagen für die Geburtsjahrgänge 2012 bis 2016 bei 40 Prozent, für eine Stilldauer ohne Beikost über sechs Monate bei 12,5 Prozent. Neun von zehn Müttern beabsichtigten, ihr Kind nach der Geburt zu stillen. Von diesen haben 97 Prozent auch tatsächlich mit dem Stillen begonnen. (dh)

 

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«Stillen in Deutschland – was wissen wir?» (Bundesgesundheitsblatt, externer Link)

 

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03.08.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Alik Mulikov