Sport und Bewegung: Wie viel ist gut für die Psyche? |

Bewegung ist gut für die seelische Gesundheit. Allerdings muss mehr nicht unbedingt auch besser bedeuten, wie eine Analyse der Daten von 1,2 Millionen US-Amerikanern belegt. Für die in der Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlichte Studie erfassten Dr. Adam Chekroud und Kollegen von der Yale University 75 Bewegungsarten, angefangen bei Kinderbetreuung, Tätigkeiten im Haushalt, Rasenmähen und Angeln bis hin zu Radfahren, dem Besuch eines Fitnessstudios, Laufen und Skifahren.
Im Ergebnis waren Personen, die Sport trieben, jeden Monat eineinhalb Tage weniger in einer schlechten seelischen Verfassung als Personen, die sich nicht sportlich betätigten. Der Durchschnitt habe bei 3,4 Tagen mit schlechter Stimmung gelegen, so die Forscher. Am größten sei der positive Einfluss auf die Psyche sei bei Mannschaftssportarten, Radfahren, Aerobic und dem Besuch von Fitnessstudios gewesen. Doch selbst Haushaltstätigkeiten gingen mit einer leichten Verbesserung von rund 10 Prozent einher, was etwa einen halben Tag gute Laune mehr pro Monat bedeute.
Es zeigte sich aber auch, dass mehr Bewegung nicht immer auch besser sein muss. Den größten Nutzen sahen die Wissenschaftler bei 45 Minuten körperlicher Aktivität an drei bis fünf Tagen pro Woche. Mehr als drei Stunden pro Tag waren im Vergleich zu keinem Sport dagegen mit einer schlechteren psychischen Gesundheit assoziiert. Extrem viel Sport zu treiben, habe den Wissenschaftlern zufolge etwas Obsessives, was mit einem größeren Risiko für eine schlechtere seelische Gesundheit einhergehen könnte.
Die Autoren weisen darauf hin, dass ihre Studie kein Beleg für Ursache und Wirkung sei. Die Beziehung könne in beide Richtungen funktionieren - Untätigkeit könnte ein Symptom einer schlechten psychischen Gesundheit sein oder zu ihr beitragen, und umgekehrt könne körperliche Aktivität ein Zeichen für psychische Gesundheit sein oder diese fördern. (hh/ke)
DOI: 10.1016/S2215-0366(18)30227-X
15.08.2018 l Aponet/PZ
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