Pharmazeutische Zeitung online

Toxisches Schocksyndrom: Risiko durch Tampons sehr gering

Das Risiko für ein Toxisches Schocksyndrom (TSS) durch Verwendung von Tampons ist äußerst gering. Sorgfältige Menstruationshygiene sei aber grundsätzlich wichtig, schreibt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in einer Pressemeldung.

 

Das TSS ist eine sehr seltene, aber gefährliche Infektionskrankheit mit den Keimen Staphylococcus aureus oder Streptococcus pyogenes. Die Erreger können Exotoxine mit Superantigen-Eigenschaft produzieren, auf die das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern reagiert. Typische Symptome eines TSS sind plötzliches Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindel, Blutdruckabfall sowie hohes Fieber und manchmal auch sonnenbrandähnlicher Hautausschlag.

 

Die Erreger gelangen über Hautwunden, Verbrennungen, Insektenstiche oder chirurgische Wunden in das System. Das TSS kann auch als Komplikation bei Frauen nach Verwendung von Tampons, Menstruationstassen oder Diaphragmen, im Wochenbett oder nach infektiösem Abort auftreten. Laut Robert-Koch-Institut gab es 2015 geschätzt drei bis sechs Fälle von TSS pro 100.000 sexuell aktiven Frauen/Jahr – 92 Prozent davon im Zusammenhang mit der Menstruation.

 

Nach einer Datenanalyse des BVF tritt das TSS in der Altersgruppe von zehn bis 50 Jahren häufiger bei Mädchen und Frauen auf als bei Jungen und Männern. Ansonsten verteile es sich gleichmäßig auf die Geschlechter. Eine Interpretation dieser Zusammenhänge sei derzeit aber nicht möglich, betont der Berufsverband. Trotz Einzelfällen, in denen ein TSS mit einem Tampon in Verbindung gebracht wird, sei das Auftreten im Zusammenhang mit der Menstruation und der Verwendung von Tampons extrem selten.

 

Die Frauenärzte weisen erneut auf eine sorgfältige Menstruationshygiene hin – auch um Infektionen mit anderen Keimen vorzubeugen. So sollte sich die Frau vor und nach dem Einführen eines Tampons gründlich die Hände waschen, dessen Stärke der aktuellen Blutungsstärke anpassen und den Tampon regelmäßig wechseln – am besten, bevor er acht Stunden im Körper lag. Wichtig ist, nur original verpackte unbeschädigte Tampons zu verwenden.

 

Eine sehr gute Hygiene ist bei Verwendung von Menstruationstassen und Diaphragmen unerlässlich. Diese dürfen nur in gründlich gesäubertem Zustand und mit sauberen Händen in die Scheide eingeführt werden; anhaftendes Blut muss sehr gründlich abgespült werden. Nach Blutungsende müssen die Gegenstände und ihr Aufbewahrungsbehältnis ausgekocht werden. Ein unangenehmer Geruch zeigt eine bakterielle Verkeimung an. Menstruationstasse oder Diaphragma müssen dann ausgewechselt werden. (bmg)

 

19.07.2018 l PZ

Foto: Fotolia/George Dolgikh