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Medikamentenskandal: Woidke erhöht Druck auf Ministerin

 

Angesichts des Skandals um illegalen Handel mit Krebsmedikamenten hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) den Druck auf Sozialministerin Diana Golze (Linke) erhöht. «Wir erwarten von der Ministerin, wie es angekündigt worden ist, dass alle offenen Fragen beantwortet werden und dass das Vertrauen der Menschen in die Sicherheit der Medikamente wiederhergestellt wird», sagte Woidke nach einer Kabinettssitzung in Potsdam. Dort hatte Golze Stellung zum Versagen ihrer Arzneimittelaufsicht bei einem Pharmahändler nehmen müssen. Unklar ist, ob die gestohlenen Medikamente wegen möglicher falscher Lagerung noch wirksam waren.

 

Golze habe in der Sitzung eingeräumt, dass es auch in der Verwaltung eine ganze Reihe von Fehlern gegeben habe, berichtete Woidke. Auf Nachfrage stellte sich der Regierungschef nur noch eingeschränkt hinter seine Ministerin. Momentan sei sie bei der Organisation der Aufklärung auch mit der Berufung von Spezialisten in eine Arbeitsgruppe «gut unterwegs», sagte Woidke. «Aber ich glaube auch, dass wir momentan gut beraten sind, sie diese Vorgänge aufklären zu lassen und uns dann abschließend ein Urteil zu bilden.»

 

Ein brandenburgischer Pharmahändler soll in Griechenland gestohlene und womöglich unsachgemäß gelagerte Krebsmedikamente an Apotheken in mehrere Bundesländer geliefert haben. Schon 2016 gab es darauf erste Hinweise, doch erst vor zwei Wochen wurde nach einem Fernsehbericht der Firma die Betriebserlaubnis entzogen. Golze hatte bereits im Gesundheitsausschuss des Landtags ein Versagen der Arzneimittelaufsicht eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft prüft Verfahren wegen Korruption gegen zwei Mitarbeiter der Behörde. Zudem werden Rückstellproben des Pharmahändlers in Labors untersucht.

 

31.07.2018 l dpa

Foto: Fotolia/Argus