Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Zulassungsempfehlung für Antikörper zur Migräne-Prophylaxe

 

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat sich dafür ausgesprochen, Erenumab (Aimovig® von Novartis) zur Prophylaxe von Migräneattacken zuzulassen. Das Medikament wäre der erste monoklonale Antikörper, der in der EU zur Migräneprophylaxe auf den Markt kommt. Der Wirkmechanismus ist neu: Erenumab inhibiert die Aktivität des Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP), indem es an seinen Rezeptor bindet. Dieses Molekül spielt bei der Entwicklung von Migräneattacken eine wichtige Rolle.

Ausschlaggebend für die Zulassungsempfehlung waren laut EMA zwei Studien. An der einen nahmen 667 Patienten mit chronischer Migräne teil. Sie litten zuvor an mindestens 15 Tagen pro Monat unter Migräne. Nach drei Monaten Behandlungsdauer hatten die Patienten 2,5 kopfschmerzfreie Tage mehr erlebt als Patienten unter Placebo. In der zweiten Studie mit 955 Patienten mit episodischer Migräne reduziert sich die Zahl der Tage mit Migräne dosisabhängig um 1,3 oder 1,8. Insgesamt nahmen laut Novartis rund 2600 Migränepatienten am klinischen Studienprogramm teil.

Indiziert ist das Medikament bei erwachsenen Patienten, die an mindestens vier Tagen pro Monat unter Migräne leiden. Erenumab muss einmal monatlich mit einem Pen injiziert werden, was der Patient nach einer entsprechenden Schulung selbst tun kann.

Als häufigste Nebenwirkungen traten Reaktionen an der Einstichstelle, Verstopfung, Muskelkrämpfe und Juckreiz auf. Die EU-Kommission muss der Empfehlung noch zustimmen. (dh)

 

Lesen Sie dazu auch

Migräne-Prophylaxe: Die Antikörper kommen, Meldung vom 17.01.2018

Mehr zum Thema Kopfschmerz und Migräne

 

01.06.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Serg Zastavkin