Gicht: EMA empfiehlt neues Mittel zur Zulassung |

Zur Behandlung von Patienten mit Gicht wird voraussichtlich bald ein neues Medikament zur Verfügung stehen: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat das Kombinationspräparat Duzallo® zur Zulassung empfohlen. Die von der Firma Grünenthal in Verkehr gebrachten Filmtabletten enthalten den neuen Wirkstoff Lesinurad zusammen mit dem bekannten Urikostatikum Allopurinol.
Lesinurad hemmt in der Niere den Harnsäuretransporter URAT1 und den organischen Anionentransporter 4 (OAT4), wodurch der Harnsäurespiegel im Plasma gesenkt wird. Allopurinol verhindert durch Hemmung der Xanthinoxidase, dass übermäßig viel Harnsäure gebildet wird. Beide Wirkprinzipien zu kombinieren, soll dazu führen, dass bei Gichtpatienten, bei denen Allopurinol allein nicht ausreichte, der Grenzwert von 6 mg Harnsäure pro dl Blutplasma unterschritten wird.
Duzallo wird in zwei Stärken verfügbar sein: 200 mg Lesinurad/200 mg Allopurinol und 300 mg Lesinurad/200 mg Allopurinol. In Studien waren die häufigsten Nebenwirkungen Grippe, gastroösophagealer Reflux, Kopfschmerzen und erhöhte Serumkreatinin-Werte. (am)
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29.06.2018 l PZ
Foto: Fotolia/Peter Atkins