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Akne: Diuretikum statt Antibiotika gegen Pickel

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Das Diuretikum Spironolacton scheint in der Akne-Behandlung von Frauen ähnlich effektiv zu sein wie Antibiotika aus der Klasse der Tetracycline – bei einem besseren Sicherheitsprofil und ohne die Gefahr bakterieller Resistenzbildung. Das schließen Forscher der University of Pennsylvania School of Medicine aus einem Vergleich der Abbruchraten der beiden systemischen Therapieoptionen.

 

Die Gruppe um den Dermatologen Dr. John S. Barbieri stellte anhand von Patientendatenbanken fest, dass von 6684 Mädchen und Frauen, die aufgrund von Akne mit Spironolacton behandelt wurden, nach einem Jahr 14,4 Prozent auf ein anderes systemisches Medikament umgestiegen waren. Die Abbruchrate war damit vergleichbar mit der unter 31.614 Tetracyclin-Anwenderinnen, die 13,4 Prozent betrug. Ein Abbruch deutet darauf hin, dass die Behandlung nicht angeschlagen hat, inakzeptable Nebenwirkungen aufgetreten sind oder die Medikation zu teuer war, erklären die Autoren im «Journal of Drugs and Dermatology».

 

Ein Beweis für die Wirksamkeit von Spironolacton bei Akne ist dies freilich noch nicht. So fordern die Autoren auch randomisierte Studien, die beide Therapieoptionen direkt vergleichen. «Es ist klar, dass eine sichere Alternative zu Antibiotika einen großen Nutzen hätte», so Barbieri. «Unsere Daten zeigen, dass Spironolacton diese Alternative sein könnte.» Der Aldosteron-Antagonist wirkt suppressiv auf die Talgproduktion und blockiert den Androgenrezeptor. Daher ist er bei Akne nur für Frauen eine Option, allerdings ist er kontraindiziert während der Schwangerschaft und Stillzeit. Zugelassen ist Spironolacton (Aldactone® und Generika) zwar nicht zur Akne-Behandlung, aber bei Dermatologen für diesen Zweck durchaus etabliert und in der deutschen Leitlinie entsprechend erwähnt. (dh)

 

J Drugs Dermatol. 2018;17(6): 632-638

 

08.06.2018 l PZ

Foto: Fotolia/JenkoAtaman