Psoriasis: Therapieerfolg durch Antikörper |

In den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Entzündungsvorgänge, die bei der Psoriasis in der Haut und zum Teil auch in anderen Organen ablaufen, besser zu verstehen. Das hat zu der Entwicklung vieler neuer Biologika geführt, meist monoklonale Antikörper gegen bestimmte Zytokine, Entzündungsbotenstoffe oder gegen Oberflächenrezeptoren. «Diese greifen gezielt an verschiedenen Stellen der Entzündungskaskade ein, ohne eine generelle Immunsuppression hervorzurufen», verdeutlichte Professor Dr. Claudia Pföhler vom Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar am Sonntag beim Fortbildungskongress Pharmacon in Meran.
Die Dermatologin stellte verschiedene neue Therapieoptionen vor, darunter die beiden Antikörper Secukinumab und Ixekizumab, die sich gegen Interleukin-17A (IL17A) richten. Secukinumab wurde in der CLEAR-Studie gegen den IL-17- und IL-23-Inhibitor Ustekinumab getestet. «Dabei schnitt Secukinumab bei allen Scores besser ab. Deutlich mehr Patienten erreichten unter Secukinumab ein PASI-75-Ansprechen, also eine Besserung des Hautbilds um 75 Prozent», so Pföhler. Rund 45 Prozent der Patienten seien unter Secukinumab sogar erscheinungsfrei (PASI 100) geworden.
Brodalumab bindet nicht direkt an IL-17A selbst, sondern an seinen Rezeptor. Der IL-17A-Rezeptor spielt auch bei der Signalübertragung einiger anderer Zytokine eine Rolle. Brodalumab habe daher eine deutlich breitere Wirkung als Secukinumab und Ixekizumab, so Pföhler. Unter Brodalumab zeigte sich nach 12 Wochen bei 86 Prozent der Patienten ein PASI-75-Ansprechen. Der neueste Vertreter der Antikörper bei der Indikation Psoriasis ist Guselkumab, ein selektiver Interleukin-23-Inhibitor. «Mit Guselkumab konnte man bei noch mehr Menschen ein PASI-75-Ansprechen erreichen, in Studien bei rund 91 Prozent der Patienten», sagte Pföhler.
Ein wichtiger Hinweis zu Nebenwirkungen: Da IL-17A ist ein wichtiger Faktor in der Immunabwehr von Bakterien und Pilzen auf Haut und Schleimhaut ist, besteht bei der Blockade ein erhöhtes Risiko zum Beispiel für Candida-Infektionen. «Wird die Pilzinfektion aber rechtzeitig erkannt, ist sie gut behandelbar», sagte Pföhler. Es sei daher ratsam, regelmäßig vor und während der Therapie Haut und Schleimhäute zu kontrollieren, insbesondere bei Patienten mit weiteren Risikofaktoren für Candidosen wie einem schlecht eingestellten Diabetes mellitus und schlechtem Zahnstatus. (va)
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Wirkstoffprofil Brodalumab|Kyntheum®|51|2017
Wirkstoffprofil Guselkumab|Tremfya®|51|2017
Wirkstoffprofil Ixekizumab|Taltz®|51|2017
Wirkstoffprofil Secukinumab|Cosentyx®|51|2015
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28.05.2018 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller