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Antibiotika: Welche Kombi wirkt am besten?

 

Bakterielle Infektionen werden häufig mit Antibiotika-Kombinationen behandelt. Doch welche Kombinationen sind besonders effektiv? Ein Forscherteam um die Arbeitsgruppe Evolutionsökologie und Genetik der Christian-Albrechts-Universität Kiel untersuchte dies systematisch mit dem Krankheitserreger Pseudomonas aeruginosa. Ihr neues Modell zur Wirksamkeit von Antibiotika-Kombinationen (ACE: Antibiotic Combination Efficacy) veröffentlichten die Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift «PLOS Biology».

In Evolutionsexperimenten untersuchte Dr. Camilo Barbosa von der Arbeitsgruppe 39 Kombinationen von zwölf Wirkstoffen und beobachtete das Wachstum der Bakterienkulturen sowie Resistenzbildungen im zeitlichen Verlauf. Bedeutsam für die ACE waren synergistische Effekte der Wirkstoffe, die sich also gegenseitig in ihrer Wirkung verstärkten, sowie zusätzlich die sogenannte kollaterale Sensitivität. Das bedeutet, dass die Resistenzbildung gegen den einen Wirkstoff das Bakterium empfindlicher macht für das zweite Antibiotikum.

Eine Antibiotika-Paarung, die eine synergistische Wirkung mit der kollateralen Sensitivität vereint, sei am effektivsten und verspreche den größten Behandlungserfolg, heißt es in einer Pressemeldung der Universität. Denn im Labor ließen sich die Bakterien so am besten dezimieren, während die Resistenzbildung zugleich drastisch reduziert war. Gegenüber Pseudomonas aeruginosa war die Kombination von Penicillinen und Aminoglykosiden am effektivsten. Ob sich das ACE-Modell auf andere Krankheitserreger und insbesondere die Behandlung von Menschen übertragen lässt, wollen die Wissenschaftler im nächsten Schritt klären. (bmg)


DOI:10.1371/journal.pbio.2004356

 

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07.05.2018 l PZ

Foto: Universität Kiel/Christian Urban