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Zecken: Zehn neue FSME-Risikogebiete

 

Der Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Bei der jährlichen Aktualisierung der Karte zu FSME-Risikogebieten sind in diesem Jahr zehn neue Risikogebiete hinzugekommen: In Sachsen drei, in Thüringen zwei und in Bayern fünf. Das berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI) im aktuellen «Epidemiologischen Bulletin». Ein Risiko für eine Infektion mit dem FSME-Virus besteht weiterhin vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen.

Nachdem 2014 der Vogtlandkreis als erster sächsischer Kreis zum FSME-Risikogebiet erklärt wurde, kommen nun in Sachsen die drei Landkreise Erzgebirgskreis, Bautzen und Zwickau hinzu. In Thüringen wurde der Landkreis Ilm-Kreis und der Stadtkreis Suhl sowie in Bayern die Landkreise München, Günzburg, Augsburg, Weilheim-Schongau und Starnberg neu als Risikogebiete definiert. Alle neuen Gebiete grenzen an bekannte Risikogebiete in Deutschland oder Tschechien an. Insgesamt sind aktuell 156 Kreise als Risikogebiete deklariert.

 

Dass in diesem Jahr so viele neue Risikogebiete ausgewiesen wurden, liege an der vergleichsweise hohen Zahl an FSME-Infektionen im vergangenen Jahr, schreibt das RKI. 2017 wurden insgesamt 485 FSME-Erkrankungen an das Institut übermittelt, das entspricht einer Zunahme von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr (348 Erkrankungen). Dabei schwankt die jährliche Fallzahl seit 2001 deutlich, und zwar zwischen 195 im Minimum und 546 im Maximum.

Auch in Regionen, die nicht als Risikogebiete ausgewiesen sind, etwa in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein traten vereinzelt Infektionen auf. Dies zeigt, dass quasi bundesweit ein Infektionsrisiko besteht. Vor allem während der Zeckensaison von März bis Oktober sollte daher überall in Deutschland bei entsprechender Symptomatik an FSME gedacht werden, rät das Institut.

Die durch FSME-Viren ausgelöste Erkrankung verläuft typischerweise biphasisch und beginnt mit unspezifischen, grippeähnlichen Beschwerden. Nach einem kurzen beschwerdefreien Intervall von wenigen Tagen treten dann die spezifischen neurologischen Manifestationen der FSME auf. Hierzu zählen Meningitis, Enzephalitis und Myelitis. Ein hoher Anteil der Infektionen verläuft jedoch asymptomatisch oder die zweite Krankheitsphase bleibt aus, Schätzungen gehen hierfür  von 70 bis 95 Prozent aus. Im vergangenen Jahr traten bei 52 Prozent der übermittelten Erkrankungen neurologische Manifestationen auf. Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 40. Lebensjahr an, schreibt das RKI in der Publikation. Bei Männern ist es höher als bei Frauen.

Eine kausale Therapie existiert nicht, aber eine Prophylaxe in Form einer Schutzimpfung. Diese empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind. Die Impfquoten stagnierten allerdings in den vergangenen Jahren oder nahmen sogar ab. Rund 97 Prozent der 2017 gemeldeten FSME-Erkrankten war nicht oder unzureichend geimpft, schreibt das RKI. (ch)

27.04.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Butch