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Kinderwunsch: Frühzeitig Ernährung und Lebensstil ändern

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Ernährung und Lebensstil der Eltern auch vor der Empfängnis haben einen großen Einfluss auf die lebenslange Gesundheit ihrer Kinder. Das gilt für potenzielle Väter ebenso wie für Mütter. Darauf macht eine Serie aus drei Artikeln in der Fachzeitschrift «The Lancet» aufmerksam. «Die Zeitspanne vor der Empfängnis ist eine kritische Phase, in der die Gesundheit der Eltern, inklusive Gewicht, Stoffwechsel und Ernährung, das Risiko für chronische Erkrankungen der Kinder beeinflussen kann», betont Hauptautorin Professor Dr. Judith Stephenson vom University College London. Bislang liege der Fokus stark auf den Risikofaktoren Rauchen und Alkohol – aber auch die Ernährung müsse mehr ins Bewusstsein von Frauen und Männern mit Kinderwunsch rücken.

Einer der Artikel stellt eine neue Studie aus Großbritannien vor. Anhand von Daten aus dem UK National Diet and Nutrition Survey schließen die Forscher, dass viele Britinnen im gebärfähigen Alter von ihrer Ernährung her nicht auf eine Schwangerschaft eingestellt sind. Fast alle (96 Prozent) haben demnach einen Eisen- und Folsäure-Mangel. Einen geeigneten Folsäure-Spiegel könne man innerhalb weniger Monate durch entsprechende Supplemente aufbauen, wenn man denn eine Schwangerschaft plane. Allerdings seien einer älteren Studie zufolge 40 Prozent der Schwangerschaften nicht geplant. Eine ausreichende Gewichtsreduktion ist zudem häufig nicht so schnell zu erreichen.

Dabei ist mütterliches Übergewicht mit erhöhten Entzündungswerten, Hormonspiegeln und ungünstigen Metaboliten assoziiert, die die Entwicklung des Eis und des Embryos negativ beeinflussen können und das Risiko für chronische Erkrankungen erhöhen. Übergewicht bei Männern wirkt sich negativ auf die Qualität, Quantität und Beweglichkeit der Spermien aus und steht ebenfalls unter Verdacht, das Risiko für chronische Erkrankungen bei den Nachkommen zu steigern.

Die Autoren empfehlen, schon Jugendlichen über die Folgen eines ungesunden Lebensstils für ihre Kinder aufzuklären und die Ernährung zu optimieren. Erwachsene mit Kinderwunsch sollten besser unterstützt werden, um fit für eine Schwangerschaft zu werden.

Die Forscher sehen aber nicht nur den Einzelnen in der Pflicht, sondern auch Lebensmittelhersteller und -händler, die Gesellschaft, den Staat und die Forschung. Um die Gesundheit künftiger Generationen zu verbessern, müsse der Gesundheitsstatus der gesamten Bevölkerung besser werden. Lebensmittel könnten zum Beispiel mit Iod und Folsäure angereichert werden. (dh)

DOI: 10.1016/S0140-6736(18)30311-8 (Preconception Health 1)
DOI: 10.1016/S0140-6736(18)30312-X (Preconception Health 2)
DOI: 10.1016/S0140-6736(18)30313-1 (Preconception Health 3)

 

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17.04.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Africa Studio