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HIV-Outing: Conchita Wurst will Mut machen

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Conchita Wurst hat öffentlich gemacht, mit HIV infiziert zu sein. Das postete der österreichische Travestiekünstler und Sänger Thomas Neuwirth (29), der hinter der Dragqueen steckt, am 15. April auf der Plattform Instagram. Er mache diese Information öffentlich, weil ein Ex-Freund ihm drohe, diese zu verbreiten. «Ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen.» Ihm gehe es trotz HIV-Infektion gesundheitlich gut. Zuerst hatte bild.de über das Coming Out berichtet.

 

2014 hatte die Kunstfigur mit dem Song «Rise like a Phoenix» den Eurovision Song Contest gewonnen. Nun schrieb Neuwirth weiter, seit der Diagnose sei er in medizinischer Behandlung «und seit vielen Jahren unterbrechungsfrei unter der Nachweisgrenze, damit also nicht in der Lage, den Virus weiter zu geben». Er fügte hinzu: «Coming Out sei besser, als von Dritten geoutet zu werden.» Er hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt gegen die Stigmatisierung von Menschen zu setzen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert hätten. Er habe sich mit dieser Veröffentlichung für den Rest seines Lebens «von einem Damoklesschwert befreit », auch wenn diese private Information für die Öffentlichkeit eigentlich irrelevant sei.

 

Bisher sei er nicht an die Öffentlichkeit gegangen, um seiner Familie die damit verbundene Aufmerksamkeit zu ersparen. Auch seine Freunde wüssten seit geraumer Zeit Bescheid «und gehen in einer Unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem Betroffenen wünschen würde». Darüber hinaus sei es «eine Information, die meiner Meinung nach hauptsächlich für diejenigen Menschen von Relevanz ist, mit denen sexueller Kontakt infrage kommt». Conchita Wursts Fans reagierten verständnisvoll und zollten ihm Respekt für den Mut, sich zu outen.

 

Die Deutsche Aidshilfe sieht die unfreiwillige Bekanntmachung der HIV-Infektion mit gemischten Gefühlen. «Hier geht jemand selbstbewusst mit HIV um, macht sich nicht klein und lässt sich nicht von anderen bestimmen. Das kann natürlich Menschen Mut machen», sagte Pressesprecher Holger Wicht heute der Nachrichtenagentur dpa. Dieser Hintergrund könne Betroffenen auch Angst machen, sagte Wicht. «Das zeigt, dass wir noch lange nicht am Ziel eines selbstverständlichen Umgangs ohne Diskriminierung sind. Conchita Wurst wird sicher in Zukunft eine kraftvolle Stimme für dieses Ziel sein.»

 

Rund 88.000 Menschen leben nach Angaben der Deutschen Aidshilfe alleine in Deutschland mit HIV. Mit einer frühzeitigen Therapie und der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten könne die Vermehrung von HI-Viren im Körper verhindert werden. Sie seien nach einer Zeit dann nicht mehr nachweisbar und könnten nicht mehr weitergegeben werden. «Diese Nachricht ist leider noch viel zu unbekannt», erklärte Wicht.

 

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16.04.2018 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/natali_mis