Heidelberg: Mit Bakterien gegen die Asiatische Tigermücke |

Im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke wollen die Behörden in Heidelberg die stechenden Tiere bis zum Jahresende ausgerottet haben. Dazu setzen die Mückenjäger in der Neckarstadt auch auf das Bakterium BTI, wie eine Sprecherin des Rhein-Neckar-Keises sagte. BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) tötet die Larven noch vor dem Schlüpfen. «Erfahrungen zeigen, dass eine vollständige Auslöschung nur mit Hilfe der Bevölkerung möglich ist», meinte die Sprecherin. Dazu müssten insbesondere Regentonnen auf Eier der aggressiven Stechmückenart abgesucht werden.
Zur Ausrottung setzen die Behörden zudem eine biotechnologische List ein: Dazu werden sterilisierte Männchen im Zielgebiet freigelassen. Sie paaren sich mit den Weibchen – doch führt das nicht zu Nachwuchs. «Die Bekämpfung im Auftrag des Gesundheitsamtes Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg erfolgt schrittweise», sagte die Sprecherin.
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kann gefährliche Viren übertragen, darunter Dengue, Zika und Chikungunya. Voraussetzung ist, dass die Mücke zuvor jemanden gestochen hat, der den Erreger in sich trägt. Erstmals war die wärmeliebende Asiatische Tigermücke Ende September 2007 an einem Rastplatz der Autobahn A5 (Basel-Karlsruhe) bei Weil am Rhein gefunden worden.
Die erste größere brütende Population wurde im September 2015 im Heidelberger Stadtteil Wieblingen nachgewiesen. Ein Jahr zuvor war eine kleinere Population in Freiburg entdeckt worden. Im August 2017 wurde die Asiatische Tigermücke erstmals in Karlsruhe nachgewiesen. Aus dem Jahr 1979 stammt nach Angaben der European Mosquito Control Association (EMCA) der erste europäische Nachweis des Insekts in Albanien. 1990 wurde es in einer Ladung gebrauchter Reifen aus den USA in den Hafen von Genua eingeschleppt.
06.03.2018 l dpa
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