Warentest: Viele Heuschnupfen-Mittel sind empfehlenswert |

Einige Allergiker sind schon mittendrin in der Heuschnupfen-Saison. Die Stiftung Warentest hat dazu passend in ihrer neuesten Ausgabe die medikamentösen Therapiemöglichkeiten bewertet, insgesamt 52 Präparate. Bei akuten Beschwerden rät die Stiftung zu Augentropfen und Nasensprays mit Azelastin, Levocabastin oder Ketotifen, bevorzugt ohne Konservierungsstoffe. Auch Cromoglicinsäure wird zur Vorbeugung von Heuschnupfen-Symptomen positiv bewertet. Kombipackungen aus Augentropfen und Nasenspray sind dabei häufig preislich günstiger. Cortison-haltige Nasensprays empfiehlt die Stiftung Warentest nur, wenn andere rezeptfreie Mittel nicht ausreichen und für maximal vier Wochen am Stück.
Reicht die lokale Anwendung nicht aus, empfiehlt die Stiftung die oralen Antihistaminika Cetirizin und Loratadin. Diese Substanzen machen nicht so müde wie die älteren Antihistaminika. Wenn sich die Symptome mit den nicht verschreibungspflichtigen Möglichkeiten nicht kontrollieren lassen oder sie zum ersten Mal auftreten, sollte der Patient zum Arzt.
Professor Dr. Gerd Glaeske von der Uni Bremen, der bei Stiftung Warentest für die Arzneimittelbewertung verantwortlich ist, äußert sich zudem «mit Einschränkung» positiv über die subkutane Hyposensibilisierung (SCIT) für Patienten mit stärkeren Beschwerden. Zwar sei der Nutzen einer solchen Immuntherapie gut belegt, doch besteht die Gefahr eines Kreislaufschocks, daher die Einschränkung. Das Risiko liegt bei weniger als einem Fall pro 1000 Behandelte. Als sicherer gilt eine sublinguale Immuntherapie (SLIT). Hier ist die tägliche Compliance der Patienten gefragt, damit die Therapie erfolgreich ist. Eine Erfolgsgarantie gebe es für die Hyposensibilisierung aber nicht, so Glaeske. Für eine maximale und nachhaltige Wirkung müsse man sich auf eine Therapiedauer von drei Jahren einstellen. (dh)
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21.02.2018 l PZ
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