Stada-Hauptversammlung: Vorstandschef umwirbt Aktionäre |

Bei der außerordentlichen Hauptversammlung des Generikaherstellers Stada hat Vorstandschef Claudio Albrecht vor den anwesenden Aktionären um Zustimmung für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit den neuen Unternehmenseignern geworben. Nur mit einem solchen Regelwerk sei es der Stada AG möglich, ihre Aktivitäten künftig zu steuern und zu koordinieren, sagte Albrecht im Congress-Center der Messe Frankfurt.
Zudem vereinfache der Vertrag den Austausch von Know-how und geschäftlichen Informationen und biete steuerliche Vorteile für die Unternehmensgruppe. Alle anderen Alternativen seien geprüft worden, wären aber rechtlich nicht durchsetzbar oder mit den Unternehmenszielen nicht vereinbar gewesen, betonte der Vorstandschef. Mit dem Vertrag wird den Hauptaktionären Bain und Cinven der Zugriff auf die Unternehmenskasse gewährt.
Unterbrochen wurde die Diskussion zum einzigen Tagesordnungspunkt von einem Aktionär, der seiner Wut über die Besetzung des Aufsichtsrats freien Lauf ließ. «Sie sind kein von uns gewählter Aufsichtsrat, Sie sind lediglich von einem Gericht dazu bestellt worden», rief er. «Sie wollen etwas Wichtiges von uns! Unsere Aktien haben Sie noch nicht, sonst wären wir heute ja nicht hier.» Aufsichtsratschef Günter von Au sei als Versammlungsleiter abzuwählen. Vereinzelt bekam der aufgebrachte Aktionär Applaus aus dem Publikum.
Bereits im vergangenen Dezember hatte sich Stada mit den neuen Eigentümern geeinigt, einen solchen Vertrag abzuschließen – ein rein theoretischer Schritt, denn ohne die Zustimmung von mindestens 75 Prozent des bei der Hauptversammlung vertretenen Grundkapitals ist das Vorhaben hinfällig. Um also möglichst viele Aktionäre für sich zu gewinnen, bietet die Erwerbsgesellschaft der Investoren, die Nidda Healthcare Holding AG, ihnen 74,40 Euro für jeden ihrer Anteilsscheine – dies entspricht dem Preis, den der aktivistische Investor Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott gefordert hatte. Singer hält 15 Prozent an Stada. (cd)
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Foto: Stada