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Seltene Erkrankungen: Rezepturen sind unverzichtbar

 

Patienten, die an einer seltenen Erkrankung leiden, sind oft auf speziell für sie angefertigte Arzneimittel angewiesen. Darauf weisen die Landesapothekerverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zum Tag der seltenen Erkrankungen am morgigen 28. Februar hin. Als selten wird eine Erkrankung eingestuft, wenn fünf oder weniger von 10.000 Einwohnern an ihr leiden. Es gibt Tausende verschiedene dieser oft lebensbedrohlichen oder den Alltag stark einschränkenden Krankheiten. Allein in Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen betroffen. Bis zur korrekten Diagnosestellung vergehen häufig viele Jahre. Da oft genetische Ursachen eine Rolle spielen, sind schon Säuglinge und Kinder betroffen.

 

Oft gibt es kein speziell zugelassenes Fertigarzneimitte. «Die Forschungskosten sind immens hoch und auch trotz eines vereinfachten Arzneimittelzulassungsverfahrens wird es für das Unternehmen zu teuer und rechnet sich nicht», so die Apothekerverbände. Manchmal könnten verfügbare Wirkstoffe in individueller Dosierung und Applikationsform eingesetzt werden. Hier könnten die Apotheken vor Ort mit ihrer Expertise in der Arzneimittelherstellung weiterhelfen.

 

«Wir können solche spezialisierten Medikamente für einzelne Betroffene herstellen. So können diese Patienten zum Beispiel Kapseln bekommen, in denen die verschiedensten Wirkstoffe vollkommen abgestimmt auf den einzelnen Patienten gemischt werden», heißt es in der Pressemitteilung. «Diese Kombination ist dann einzigartig und ist nicht als Fertigarzneimittel im Handel erhältlich.» (dh)

 

27.02.2018 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller