Diabetes bei Mukoviszidose: Orale Therapie statt Insulin |

Bei Mukoviszidose-Patienten mit Diabetes im frühen Stadium ist eine Behandlung mit oralen Antidiabetika ebenso sicher und effektiv wie Insulin. Das meldet der Lungeninformationsdienst des Helmholtz-Zentrums München und verweist auf eine kleine Studie, die im Fachjournal «Lancet Diabetes & Endocrinology» veröffentlicht wurde.
Etwa die Hälfte aller Betroffenen mit Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) entwickelt in jungen Jahren einen CF-Diabetes, auch Diabetes Typ 3c genannt. Diese Diabetesform beruht auf einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse infolge der CF. Da die Patienten einen besonders hohen Kalorienbedarf haben, sollen sie keine Diät halten. Die Applikation von Insulin gilt als Therapie der Wahl.
Ein Forscherteam um Professor Dr. Manfred Ballmann von der Rostocker Universitätskinderklinik untersuchte in einer randomisierten multizentrischen Studie 75 CF-Patienten ab zehn Jahren mit neu diagnostiziertem Diabetes. 34 erhielten Repaglinid und 41 spritzten Insulin. Nach 24 Monaten war die glykämische Kontrolle, gemessen am Langzeitblutzucker HbA1c, vergleichbar gut. Es gab keine signifikanten Unterschiede in der Lungenfunktion und im Ernährungsstatus der Probanden.
Repaglinid sei in der Therapie des frühen Diabetes bei CF-Patienten ebenso wirksam und sicher wie Insulin, folgern die Autoren. Die orale Gabe könne die ohnehin komplexe Therapie im Alltag erleichtern. Das ist sicher ein Vorteil, muss aber in größeren Studien untermauert werden. (bmg)
DOI: 10.1016/S2213-8587(17)30400-X)
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02.02.2018 l PZ
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