SPD-Fraktion: Dittmar ist Sprecherin für Gesundheit |

Sabine Dittmar (Foto) ist neue gesundheitspolitische Sprecherin der SPD. Das hat die Partei gestern in einer Fraktionssitzung entschieden. Die 53-jährige Ärztin aus dem fränkischen Maßbach setzte sich in der entscheidenden Abstimmung souverän gegen Edgar Franke durch, der bis zuletzt Vorsitzender im Gesundheitsausschuss des Bundestags war. Er hatte sich ebenfalls um den Sprecherposten beworben, musste sich aber mit 51 zu 89 Stimmen geschlagen geben. Die bisherige Sprecherin für Gesundheitspolitik, Hilde Mattheis, stellte sich nicht wieder zur Wahl.
Dittmar ist ausgebildete Kinderpflegerin und studierte später Medizin in Würzburg. Ab 1995 arbeitete sie zusammen mit ihrem Mann in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in Maßbach. 2008 kandidierte sie zunächst für den bayerischen Landtag, entschied sich nach einer Legislaturperiode aber für Berlin und zog 2013 in den Bundestag ein. Dort wählte sie die SPD-Fraktion gleich zur stellvertretenden gesundheitspolitischen Sprecherin.
Auch 2017 erhielt sie wieder ein Mandat über die Landesliste. Mit ihrem Sprecherposten übernimmt Dittmar nun ein wichtiges Amt und ist zugleich Vorsitzende der fraktionsinternen Arbeitsgruppe Gesundheit. In dieser AG war Dittmar zuletzt zuständig für alle Fragen rund um das Thema Apotheke. So hatte sie sich immer wieder dafür ausgesprochen, die Apotheker stärker in den Medikationsplan einzubeziehen. Zudem kann sie sich vorstellen, das Apothekerhonorar künftig stärker an die pharmazeutische Beratung und weniger an die Abgabe des Arzneimittels zu koppeln.
Deutliche Kritik kam von Apothekerseite zuletzt hingegen am strikten Nein der SPD zu einem Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel. Dittmar hatte in der Diskussion immer wieder betont, sie sehe mit einer solchen Regelung unter anderem die Versorgung bestimmter Patienten mit Spezialrezepturen in Gefahr. (sch)
31.01.2018 l PZ
Foto: Deutscher Bundestag/Stella von Saldern