Hilfsmittel: Online-Portal erleichtert Abgabe |

Mehr als zwei von drei Apotheken nutzen das Online-Vertragsportal des Deutschen Apothekerverbands (DAV) und der Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA) für die Hilfsmittelversorgung. Derzeit sind etwa 18.000 der knapp 20.000 Apotheken in Deutschland sind nach Angaben des DAV präqualifiziert für die Versorgung von Patienten mit Hilfsmitteln wie Insulin-Pens oder Kathetern. Davon nutzen 13.700 das Online-Vertragsportal, in dem mehr als 200 Verträge mit Krankenkassen hinterlegt sind. Pro Woche nehmen die Apotheken bis zu ein halbe Million Vertrags- und Präqualifizierungsprüfungen vor, berichtet der DAV.
«Die Hilfsmittelversorgung wird immer bürokratischer und undurchschaubarer – nicht nur für die Apotheker, sondern leider auch für die Patienten», sagt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Vertragsausschusses des DAV. «Das Online-Vertragsportal stellt mehr Transparenz in der Apotheke her und nützt somit auch den Patienten. Mithilfe des Portals kann ein Apotheker sofort erkennen, ob und wie er einen Patienten versorgen kann – oder welche Schritte er dazu noch tun muss, indem er beispielsweise einem Vertrag mit einer Krankenkasse beitritt.»
Laut DAV können die teilnehmenden Apotheken direkt abgleichen, welche Inkontinenzprodukte oder Inhalationsgeräte die Krankenkasse des Versicherten für die Versorgung zulässt. Zugleich kann die Apotheke prüfen, ob sie selbst die formalen Voraussetzungen für die Abgabe eines bestimmten Hilfsmittels an den jeweiligen Patienten erfüllt. Dabei kann das Online-Vertragsportal mit dem Warenwirtschaftssystem verbunden werden, sodass die Apotheke direkt im Beratungsgespräch die Versorgungsberechtigung und den Bestand prüfen kann.
Der DAV liefert zudem Zahlen zum Umsatz der öffentlichen Apotheken mit Hilfsmitteln: 2016 lag der Umsatz mit Hilfsmitteln bei 637 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer. Spitzenreiter waren Applikationshilfen wie Insulin-Pens mit 253 Millionen Euro, Inkontinenzhilfen mit 128 Millionen Euro und Hilfsmittel zur Kompressionstherapie wie Kompressionsstümpfe mit 91 Millionen Euro.
09.01.2018 l PZ/ABDA
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