Antiepileptika: Bloß nicht austauschen |

Bei Patienten mit komplizierten Epilepsieformen ist es keinesfalls sinnvoll, ein Antiepileptikum gegen ein wirkstoffgleiches Präparat auszutauschen. Darauf wies Professor Dr. Andreas Schulze-Bonhage vom Neurozentrum der Universität Freiburg beim Pharmacon Schladming ausdrücklich hin. «Wenn wir einen Patienten mit einem Präparat gut eingestellt haben, darf dieses nie gewechselt werden. Wir brauchen Konstanz in der Behandlung.» Antiepileptika hätten ein schmales therapeutisches Fenster, und schwankende Wirkspiegel könnten zu erneuten Anfällen führen.
In der Diskussion wurde ein generelles Verbot des Austauschs von Antiepileptika gefordert. Dazu verwies Stefan Fink vom Deutschen Apothekerverband (DAV) auf die Substitutionsausschlussliste, die der Gemeinsame Bundesausschuss im August 2016 veröffentlicht hat. Es sei ein mühsamer Diskussionsprozess, bis jeweils geklärt ist, welche Wirkstoffe und/oder Darreichungsformen auf diese Liste kommen.
Fink mahnte die Kollegen, beim Aut-idem-Austausch von Antiepileptika Pharmazeutische Bedenken geltend zu machen. Eine Kollegin aus dem Auditorium berichtete, dass sie in diesen Fällen regelmäßig Pharmazeutische Bedenken angebe und noch nie Probleme mit den Kassen bekommen habe. Schulze-Bonhage begrüßte dies nachdrücklich: Alle Epilepsie-Experten seien sich einig, dass es keine Substitution bei Antiepileptika geben dürfe. (bmg)
19.01.2018 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller