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25 Jahre SMS: Warum «Simsen» immer seltener wird

 

Die SMS hat ihre besten Zeiten hinter sich. Davon geht zumindest der Branchenverband Bitkom aus, der dem Kurzmitteilungsdienst zu dessen 25. Jahrestag in diesem Dezember eine ernüchternde Bilanz vorlegte: Seit 2013 befindet sich die Zahl der weltweit verschickten SMS im freien Fall. Gelangten im Rekordjahr 2012 noch fast 60 Milliarden SMS von Sender zu Empfänger, seien es im vergangenen Jahr nur noch knapp 13 Milliarden gewesen, schreibt der Verband. Doch eine gute Nachricht gibt es für Fans des 160-Zeichen-Dienstes: «Völlig verschwinden wird die SMS nicht», verspricht Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder in einer Mitteilung.

 

Grund für den Abwärtstrend ist laut Bitkom die wachsende Verbreitung von Smartphones und der damit verbundene Boom von Messenger-Diensten wie WhatsApp oder iMessage. Gänzlich auf SMS verzichten wollten viele Smartphone-Nutzer dennoch nicht, heißt es. Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage kommt bei fast sechs von zehn Nutzern die SMS-Funktion zum Einsatz (58 Prozent), das sind dem Digitalverband zufolge nur etwas weniger als bei Online-Diensten wie WhatsApp (62 Prozent). «SMS sind eher bei älteren Nutzern populärer, internetbasierte Messenger-Dienste bei jüngeren», so Rohleder.

 

Die SMS (Abkürzung für «Short Message Service») wurde zu Beginn der 1990er-Jahre eingeführt, zunächst als Möglichkeit für Mobilfunkanbieter, ihre Kunden über eventuelle Netzstörungen zu informieren. Anders als Messenger-Dienste sind SMS nicht auf eine Internetverbindung angewiesen, sondern werden über das Mobilfunknetz übermittelt. Um 1994 nahm die Popularität der Kurznachricht auch unter Handy-Nutzern rasch zu – bis WhatsApp und Co. ab 2009 den Markt eroberten.

 

Die SMS-Funktion wird häufig bei Authentifizierungsverfahren, etwa beim Online-Banking, genutzt. Weitere neue Anwendungen sind Bitkom zufolge etwa der Versand von Bordkarten für den Check-In am Flughafen-Gate, die Benachrichtigung über verspätete Züge oder der Parkscheinkauf. Die Mobilfunkbetreiber verschicken solche SMS in der Regel mit Großkundenrabatten, was für sie weniger umsatzwirksam ist. Doch sie tragen damit dazu bei, die stark abnehmende SMS-Nutzung bei Verbrauchern zumindest ein wenig aufzufangen. (cd)

 

27.12.2017 l PZ

Foto: Fotolia/hbrh