Diabetes: Typ 3c wird oft nicht erkannt |

Ein Typ-3c-Diabetes, der durch Krankheiten oder Verletzungen der Bauchspeicheldrüse zustande kommt, wird häufig fälschlicherweise für einen Typ-2-Diabetes gehalten. Für die betroffenen Patienten ist das schlecht, denn sie brauchen in der Regel dringender Insulin als Typ-2-Diabetiker und haben deshalb eine schlechtere Blutzuckerkontrolle, wenn sie wie Typ-2-Diabetiker behandelt werden. Das berichten Forscher um Dr. Chris Woodmansey von der University of Surrey in Großbritannien aktuell im Fachjournal «Diabetes Care».
Die Gruppe hatte die Patientenakten von knapp 32.000 Erwachsenen ausgewertet, die zwischen Januar 2005 und März 2016 in England neu an Diabetes erkrankt waren. Typ-2-Diabetes war mit Abstand die häufigste Form, aber von den im Erwachsenenalter selteneren Formen war der Typ 3c mit 2,59 Fällen pro 100.000 Personenjahre deutlich häufiger als der Typ 1 mit 1,64 Fällen pro 100.000 Personenjahre. Die allermeisten Patienten, bei denen der Diabetes infolge einer Krankheit oder Verletzung des Pankreas entstanden war, hatten fälschlicherweise die Diagnose Typ-2-Diabetes erhalten (87,8 Prozent). Lediglich in 2,7 Prozent der Fälle war der Typ 3c richtig erkannt worden. Verglichen mit Typ-2-Diabetikern war die glykämische Kontrolle bei Typ-3c-Diabetikern schlechter.
In einer Mitteilung der Universität kommentiert Seniorautor Professor Dr. Simon de Lusignan die Ergebnisse: «Dass die Mehrheit der Typ-3c-Diabetiker die Fehldiagnose Typ-2-Diabetes erhält, gefährdet die Gesundheit der betroffenen Patienten kurz- und langfristig.» Für diese Diabetes-Form, deren Inzidenz bei den Neuerkrankungen im Erwachsenenalter höher liege als die des Typ-1-Diabetes, bedürfe es eines besseren Bewusstseins bei den Ärzten. (am)
DOI: 10.2337/dc17-0542
07.11.2017 l PZ
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