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Welt-Alzheimer-Tag: Nationale Demenzstrategie gefordert

 

Mehr Aufmerksamkeit und eine bessere Versorgung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen – das fordert zum heutigen Welt-Alzheimer-Tag die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie sowie den Alzheimer-Forschern, die sich in der Hirnliga zusammengeschlossen haben. Eine Nationale Demenzstrategie sei nötig sowie ein Ausbau der Forschung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Auch wenn die Öffentlichkeit mehr als in der Vergangenheit zum Krankheitsbild sensibilisiert sei und durch die umfassende Reform der Pflegeversicherung auch politisch einiges passiert sei, gebe es angesichts der immer noch wachsenden Zahl von Demenzkranken bei gleichzeitigem Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal noch viel zu tun. Mit Blick auf die nahe Bundestagswahl fordert die DAlzG deshalb eine Nationale Demenzstrategie, um diese Herausforderung gemeinsam zu bewältigen. DAlzG-Vorsitzende Monika Kaus erklärt hierzu: «In der Nationalen Allianz für Menschen mit Demenz haben viele Akteure in den letzten Jahren gut zusammen gearbeitet. Diese Initiative muss nun ab 2018 in eine nationale Demenzstrategie münden. Wir erwarten (unabhängig davon wer die Wahl gewinnt), dass dieses Vorhaben sich in einem Koalitionsvertrag wiederfindet.»

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Forschung: «Für die Vorbeugung von Alzheimer und den richtigen Umgang mit demenziellen Erkrankungen braucht es unbedingt mehr innovative Forschung», sagte der Autor und Filmregisseur David Sieveking, neuer Schirmherr der Hirnliga. Seiner Ansicht nach sei es wichtig, die kreative Forschung außerhalb kommerzieller Bahnen zu fördern.

Dieses Jahr steht der Welt-Alzheimertag in Deutschland unter dem Motto «Demenz. Die Vielfalt im Blick», das auf die Unterschiedlichkeit der Patienten und der Krankheitsverläufe aufmerksam machen soll. «Wir möchten, dass Menschen mit Demenz unabhängig von ihrem Krankheitsbild und ihrem Hintergrund ein gutes Leben führen können», so Kaus. Da Patienten und ihre Angehörigen unterschiedlich sind, braucht es individuelle und gute Angebote und Strukturen, gerade auch in Hinblick auf Menschen mit Migrationshintergrund.

 

Schätzungen zufolge leben in Deutschland etwa 108.000 Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Demenz haben. Sie und ihre Familien brauchen Beratung, Hilfe und Unterstützung. Daher hat die DAlzG die Internetseite «Demenz und Migration» erstellt, die sich speziell an Menschen mit Migrationshintergrund richtet. Unter www.demenz-und-migration.de ist ein Überblick über spezielle Angebote für diese Gruppen und Informationen in türkischer, russischer und polnischer Sprache zu finden. (ch)

 

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21.09.2017 l PZ

Foto: Fotolia/vege