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Neuroblastome: Betaversion von Dinutuximab

 

Nachdem die Firma United Therapeutics die EU-Zulassung für das Dinutuximab-haltige Präparat Unituxin® zurückgezogen hat, droht dennoch keine Therapielücke für Kinder mit Hochrisiko-Neuroblastom.

 

Dank des von der EU-Kommission zugelassenen Präparats Dinutuximab beta Apeiron von der Firma Eusa Pharma können Ärzte in der EU weiterhin den Antikörper einsetzen. Enthalten ist in dem Präparat der Wirkstoff Dinutuximab beta, der dem in Unituxin enthaltenen Dinutuximab sehr ähnlich ist. Er wurde nur in einer anderen Zelllinie produziert: Dinutuximab in einer murinen Myelomzelllinie, Dinutixmab beta in Eierstockzellen des chinesischen Hamsters.

 

Der Wirkmechanismus ist bei beiden Versionen gleich: Die Antikörper binden spezifisch an das Gangliosid GD2, das auf der Oberfläche von Neuroblastom-Zellen überexprimiert wird. Dadurch rufen sie eine zelltoxische Reaktion hervor, die vom Immunsystem vermittelt wird.

 

Das Orphan Drug Dinutuximab, das erst im vergangenen Jahr auf den deutschen Markt gekommen war, wurde bei Kindern im Alter von 1 bis 17 Jahren eingesetzt, die zunächst auf eine Chemotherapie angesprochen und sich anschließend einer myeloablativen Therapie sowie einer Stammzelltransplantation unterzogen hatten. Medienberichten zufolge will sich der Hersteller zunächst auf den US-amerikanischen Markt konzentrieren und nahm Unituxin daher in Europa vom Markt. Er plane aber, die Kapazitäten für die Produktion zu erhöhen und strebe in einigen Jahren die Rückkehr auf den europäischen Markt an, um dann die Versorgung aller Patienten sicherstellen zu können. (ss)

 

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09.08.2017 l PZ

Foto: Fotolia/pingpao