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Tropenkrankheiten: Reiserückkehrer sollten mitdenken

 

Reisekrankheiten sind auf dem Vormarsch, werden aber hierzulande nicht immer als solche erkannt. Auch wenn Touristen immer häufiger in Regionen reisen, wo die Überträger von Malaria, Denguefieber oder Zika kursieren und diese sich zudem durch den Klimawandel ausbreiten, denken Ärzte nicht immer an Tropenkrankheiten, wenn sie einen infizierten Patienten vor sich haben. «Es kommt noch nicht so häufig vor, dass man das in der Praxis sieht», sagte Ulrike Protzer vom Institut für Virologie an der Technischen Universität München der Nachrichtenagentur dpa. Etwa breite sich das insbesondere vor den Olympischen Spielen in Brasilien viel diskutierte Zika-Virus inzwischen langsamer aus, sagt Protzer.

 

Malaria und Denguefieber hingegen zählen laut Robert Koch-Institut (RKI) zu den häufigsten «reiseassoziierten Krankheiten», mit jeweils rund 1000 Fällen im vergangenen Jahr in Deutschland. Afrikanische Staaten wie Nigeria und Eritrea gelten als typische Infektionsländer für Malaria. Wobei das RKI betont, dass die hohe Fallzahl zu einem großen Teil durch Flüchtlinge aus Nordafrika bedingt ist. Im asiatischen Raum, etwa beliebten Touristenzielen wie Thailand und Indonesien, infizieren sich dagegen viele Patienten mit Denguefieber.

 

Inzwischen werde mehr zu Tropenkrankheiten geforscht, sagt Virologin Protzer. So befasse sich das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung mit neu auftretenden Krankheiten sowie Impfstoffen und breit einsetzbaren Medikamenten. «Denn bei vielen Viruserkrankungen ist es so, dass man vorbeugen, aber hinterher nicht mehr viel machen kann», sagt sie. Daher sei eine gute Vorbereitung vor einem Urlaub wichtig. Zudem sollten sich Rückkehrer vor dem Besuch beim Hausarzt fragen, ob etwa ein Fieber auch mit der jüngsten Reise zusammenhängen könnte.

 

14.07.2017 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/NicoElNino