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Schwangerschaft: Bestimmte Antibiotika meiden

 

Einige Antibiotika sind, wenn sie von schwangeren Frauen im ersten Trimenon eingenommen werden, mit einer erhöhten Fehlbildungsrate beim Kind assoziiert. Dazu gehören laut einer Studie im «British Journal of Clinical Pharmacology» Clindamycin, Doxycyclin, Chinolone, Makrolide und Phenoxymethylpenicillin. Sicher sind demnach dagegen Amoxicillin, Cephalosporine und Nitrofurantoin, berichten Forscher um Dr. Flory Tsobo Muanda von der Universität Montreal in Kanada.

 

Es handelt sich um eine Auswertung einer Kohorte mit knapp 140.000 lebend geborenen Einlingen aus Quebec in den Jahren 1998 bis 2008. Nach der Geburt der Kinder wurden der Antibiotika-Gebrauch der Mütter im ersten Schwangerschaftsdrittel sowie schwere angeborene Fehlbildungen (major congenital malformations, MCM) der Kinder erfasst.

 

Unter Berücksichtigung potenziell verzerrender Faktoren war Clindamycin mit 60 Fällen von MCM assoziiert. Auch Fehlbildungen des muskuloskelettalen Systems (29 Fälle) und Löcher in der Herzscheidewand (13 Fälle) kamen nach Clindamycin-Anwendung gehäuft vor. Doxycyclin stand mit Fehlbildungen des Gefäßsystems (neun Fälle), des Herzens (acht Fälle) und ebenfalls mit Löchern in der Herzscheidewand (acht Fälle) in Verbindung. Nach der Anwendung von Chinolonen, Moxifloxacin, Ofloxacin, Makroliden, Erythromycin und Phenoxymethylpenicillin wurde jeweils ein Fall von MCM erfasst. Kein Zusammenhang mit einem erhöhten Fehlbildungsrisiko zeigte sich in der Studie bei Amoxicillin, Cephalosporinen und Nitrofurantoin.

 

Die Forscher betonen, dass die absoluten Risiken für eine Fehlbildung beim Kind in der Studie gering waren. Dennoch sollten Ärzte das Ergebnis bei der Behandlung von Schwangeren mit einer Infektionskrankheit im Hinterkopf haben. «Infektionen während der Schwangerschaft sind häufig und sollten behandelt werden», sagt Seniorautor Professor Dr. Anick Bérard in einer begleitenden Pressemitteilung. «Unsere Studie liefert einen Hinweis darauf, welche Wirkstoffe insbesondere im ersten Trimenon sicherer sind als andere.» (am)

 

DOI: 10.1111/bcp.13364

 

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19.07.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Athanasia Nomikou