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Typ-2-Diabetes: Brokkoli-Effekt in Studie untersucht

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Das Isothiocyanat Sulforaphan, ein Abbauprodukt des zum Beispiel in Brokkoli enthaltenen Senföls Glucoraphanin, hat bei bestimmten Typ-2-Diabetikern offenbar eine antidiabetische Wirkung. Darauf deuten Untersuchungen eines Forscherteams um Dr. Anders H. Rosengren von der Universität Göteborg hin. Wie die Wissenschaftler in «Science Translational Medicine» berichten, hemmt Sulforaphan wie Metformin die Gluconeogenese in der Leber. Allerdings geschieht dies auf einem anderen Weg: Die Translokation des Transkriptionsfaktors NFF2 führt im Falle von Sulforaphan dazu, dass die Produktion von Enzymen, die für die Neubildung von Glucose benötigt werden, gehemmt ist. Da das Biguanid Metformin anders wirkt, liegt eine Kombination beider Substanzen nahe.

In einer randomisierten zwölfwöchigen Studie erhielten knapp 100 Typ-2-Diabetiker zusätzlich zu Metformin entweder Placebo oder ein getrocknetes Glucoraphanin-haltiges Pulver, das aus einem wässrigen Extrakt von Brokkoli-Sprossen gewonnen worden war. Aus diesem entstand beim Kauen und durch Darmbakterien Sulforaphan. Unterschieden wurde bei der Auswertung der beiden Gruppen zudem, ob der Typ-2-Diabetes gut eingestellt war und ob die Probanden adipös waren.

 

Die Kombination Metformin plus Placebo führte in keiner Subgruppe zu dem Ergebnis, dass der HbA1c-Wert oder die Nüchtern-Blutzuckerwerte sanken. Anders in der Verumgruppe: Bei adipösen Patienten mit einer schlechten Blutzuckereinstellung führte Sulforaphan zur Senkung des HbA1c-Wertes von durchschnittlich 7,37 auf durchschnittlich 7,04 Prozent. Zudem sanken in dieser Gruppe auch leicht die Nüchtern-Blutzuckerwerte – von durchschnittlich 158 auf durchschnittlich 147 mg/dl. (ss)

DOI: 10.1126/scitranslmed.aah4477

 

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19.06.2017 l PZ

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