Hoher Blutdruck, starke Parkinson-Symptome |

Parkinson-Patienten mit Bluthochdruck entwickeln durchschnittlich schwerere neurologische Symptome als Parkinson-Patienten mit normalem Blutdruck. Dies berichtete Dr. Beniamino Giordano vom Londoner King‘s College beim 3. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Amsterdam. Dass es eine Verbindung zwischen zu hohem Blutdruck und Parkinson geben könnte, vermuten Forscher schon länger. So hatte etwa ein Team der Universität Basel schon 2008 im Fachjournal «Neurology» publiziert, dass bestimmte Antihypertensiva offenbar auch das Risiko an Parkinson zu erkranken reduzieren. Wie die beiden Krankheitsbilder aber genau assoziiert sind, war bislang unbekannt.
Das britisch-italienische Forscherteam um Giordano verwendete für seine Analyse Daten der Parkinson's Progression Markers Initiative (PPMI) von Patienten im Frühstadium der Parkinson-Erkrankung mit und ohne Bluthochdruck. Die Wissenschaftler betrachteten unter anderem motorische und nicht-motorische Symptome, neurologische Parameter, verschiedene Biomarker und den Dopamin-Status. «Dabei hat sich gezeigt, dass Patienten mit Hypertonie stärkere motorische Symptome wie Muskelstarre oder eine Verlangsamung der Willkürmotorik sowie eine verminderte Aufnahmefähigkeit in den betroffenen Basalganglien zeigen. Allerdings sind dies noch vorläufige Daten, weitere Analysen werden nötig sein, um die Zusammenhänge zwischen Parkinson und Bluthochdruck zu erhellen», sagt Giordano in einer Mitteilung der EAN.
Diese Erkenntnisse könnten für die Behandlung von Parkinson einen wichtigen Impuls liefern: «Die Ergebnisse legen nahe, dass ein optimales Bluthochdruck-Management auch zur Verbesserung von Parkinson-Symptomen führen kann», so das Resümee der Studienautoren.
DOI: 10.1055/s-2008-1063048
29.06.2017 l PZ
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