Schutz vor Arzneimittelfälschungen: Alle in einem Boot |

Ab Februar 2019 müssen verschreibungspflichtige Medikamente zusätzliche Sicherungsmerkmale auf ihrer Packung tragen. Damit solle die Sicherheit in der legalen Lieferkette weiter erhöht werden, teilte heute die Initiative Securpharm mit. Demnach sollen Apotheken die Merkmale vor der Abgabe an Patienten prüfen, hieß es. Ziel sei es, dass jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel in jeder Apotheke des gesamten europäischen Wirtschaftsraums künftig auf seine Echtheit überprüft werden könne, bevor es an den Patienten gelange, erklärte Reinhard Hofericher, Vorstandssprecher von Securpharm.
Hintergrund ist die EU-Fälschungsschutzrichtlinie aus dem Jahr 2011. Damals hatte die EU vorgegeben, dass Medikamente künftig fälschungssicher verpackt und gehandelt werden müssen. Bis Februar 2019 haben die Mitgliedsstaaten Zeit, einen Fälschungsschutz auszuarbeiten. In Deutschland hat Securpharm die entsprechende Technik entwickelt. Neben verschiedenen Herstellerverbänden gehört der Organisation auch die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände an.
Ob eine Packung bereits geöffnet wurde, soll laut Securpharm künftig am sogenannten Erstöffnungsschutz erkennbar sein. Zudem soll eine individuelle Seriennummer auf jeder Packung für zusätzliche Sicherheit sorgen. Dieser Code wird in der Apotheke bei Abgabe an den Patienten gescannt. Wurde eine Packung mit der Seriennummer schon einmal verkauft oder in den Handel gebracht, warnt das System automatisch den Apotheker und die Packung wird nicht abgegeben.
Securpharm betonte heute, dass jede Handelsstufe der Lieferkette einen wichtigen Schritt zur Sicherung übernehmen müsse. Sowohl Hersteller, Großhändler und Apotheker als auch Reimporteure und Parallelhändler müssten einen Beitrag leisten. Zudem müssen die EU-Mitgliedsstaaten ihre Daten austauschen. Das soll mit einem zentralen, europäischen Datensystem geschehen, mit dem Securpharm bereits verbunden ist. Das Securpharm-System wird demnach bereits von Pharmaunternehmen, Apotheken und Großhändlern getestet. (cd)
17.05.2017 l PZ
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