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Oseltamivir: Neuer Schnelltest bestimmt Resistenz

 

Ein neues Gerät zur Untersuchung von Influenza-Stämmen könnte die Bestimmung von Resistenzen gegen den Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir (Tamiflu®) künftig deutlich beschleunigen. Wissenschaftler der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC um Larisa Gubareva stellen es im Fachjournal «Eurosurveillance» vor. Der influenza Antiviral Resistance Test (iART) von der Firma Becton Dickinson ist ein tragbares Gerät, in das von Patienten gewonnene Virusproben eingegeben werden können. Auf einem Display erscheint dann die Anzeige «resistent» oder «nicht resistent». Das Gerät ist zunächst nur für Forschungszwecke gedacht, könnte aber künftig auch in Gesundheitsbehörden zum Einsatz kommen, so die Autoren. Vorkommen und Ausbreitung von Resistenzen gegen Oseltamivir ließen sich so schneller verfolgen als mit der bislang gebräuchlichen Technik, die eine Sequenzierung des Erregers erfordert.

Laut der Publikation misst der iART die Neuraminidase-Aktivität der Probe mittels eines speziellen Enzymsubstrats. Die Probenkammer ist zweigeteilt und enthält auf der einen Seite Oseltamivir-Carboxylat. Kommt es zur Reaktion des Wirkstoffs mit der Neuraminidase des Grippevirus, ändert sich die Chemilumineszenz, was das Gerät detektiert. In einem ersten Test erkannte der iART 41 von 149 Proben als resistent gegen Oseltamivir, was ein anschließender Assay bestätigte. (am)

 

DOI: 10.2807/1560-7917.ES.2017.22.18.30529

 

05.05.2017 l PZ

Foto: CDC