FSME: Keine neuen Risikogebiete |

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat auf seiner neuen Deutschlandkarte der Risikoareale für eine Infektion mit dem Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) keine neuen Landkreise als Risikogebiete ausgewiesen. Somit bleiben wie im Vorjahr 146 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert. Diese liegen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Hinzu kommen der Landkreis Marburg-Biedenkopf in Mittelhessen, der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz und der Vogtlandkreis in Sachsen.
In diesen Gebieten empfiehlt die Ständige Impfkommission am RKI eine FSME-Impfung für zeckenexponierte Personen, also für jeden, der sich in der freien Natur aufhält. Das RKI betont jedoch, dass eine Infektion auch außerhalb der ausgewiesenen Risikogebiete möglich ist. Die Einstufung als Risikogebiet basiert auf den gemeldeten FSME-Fällen eines Kreises, sodass die Behörde keine Möglichkeit habe, das Risiko kleinräumiger als auf Landkreisebene abzubilden. Auch in Kreisen mit insgesamt niedriger FSME-Inzidenz könne es daher Gegenden mit erhöhter Infektionsgefahr geben. Personen mit hohem Expositionsrisiko, etwa Forstarbeiter, sollten sich darüber bei den örtlichen Gesundheitsämtern informieren.
2016 wurden dem RKI insgesamt 348 FSME-Erkrankungen gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 59 Prozent, heißt es im aktuellen «Epidemiologischen Bulletin». Das ist keine dramatische Entwicklung, denn die Fallzahlen schwanken laut RKI seit einigen Jahren stark zwischen minimal 195 (im Jahr 2012) und 546 (2006). Durch eine höhere Impfquote insbesondere in Risikogebieten könnten aber aus Sicht der Behörde viele Erkrankungen verhindert werden. In den betroffenen Gebieten sei es in den vergangenen Jahren zu einer Stagnation der Impfquoten oder sogar zu einer Abnahme gekommen.
Neu im Jahr 2016 war der Nachweis des FSME-Virus in Auwaldzecken (Demacentor reticulatis) in Sachsen, die bisher nicht als Überträger galten. Auwaldzecken befallen Menschen im Gegensatz zum Hauptzeckenwirt Ixodex ricinus jedoch eher selten, sodass der Beitrag der Auwaldzecke zur Verbreitung des Erregers erst noch untersucht werden muss. Eine Deutschlandpremiere im Jahr 2016 war zudem eine FSME-Erkrankung durch den Verzehr infizierter Ziegenmilch, die sich in Baden-Württemberg ereignete. (am)
02.05.2017 l PZ
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