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Expertin: Zecken sind kein Grund zur Panik

 

Auch wenn mit den steigenden Temperaturen die Zecken wieder mobil werden, sieht die Expertin Dania Richter von der Technischen Universität Braunschweig darin keinen Grund zur Panik: «Zecke ist nicht gleich Zecke, gesundheitliche Folgen für den Menschen in Deutschland kann nur der Biss des Gemeinen Holzbocks haben». So könne dieser die Erreger der Borreliose übertragen, die unbehandelt zu Gelenk,- Herzmuskel und Nervenentzündungen führen können.

 

Doch reagiere jeder Mensch anders, so die Biologin. Bei einigen führe ein Kontakt mit einer infizierten Zecke zur Krankheit, bei anderen habe er so gut wie keine Folgen. Ausschlaggebend sei auch, wie lange die Tiere Blut saugen, denn Lyme-Borrelien werden nicht sofort übertragen. Zudem gebe es eine Reihe von Schutzmaßnahmen. Vor allem nach Spaziergängen und Wanderungen durch Wald und Flur sollten insbesondere Kniekehlen, Achseln, Nacken, Kopf nach Zecken abgesucht und die Tierchen möglichst schnell entfernt werden. Das müsse sehr sorgfältig geschehen, denn die Zecken seien nicht leicht auszumachen. «Manche sind kleiner als der kleinste Leberfleck.»

 

Hilfreich sei auch angemessene Bekleidung. Zum Beispiel festes Schuhwerk und das Ziehen der Strümpfe über die Hosenbeine. Zecken lauerten ihren Wirten oft an Wegesrändern, im Gras oder in Büschen auf. «Sie fallen nicht von den Bäumen», sagte die Wissenschaftlerin.

 

Laut Gesundheitsministerium in Dresden gab es im vergangenen Jahr in Sachsen 2119 Fälle von Lyme-Borreliose, im Jahr davor waren es 1339. Bis zum März 2017 waren 61 Erkrankungen bekannt. Der Spitzenwert stammt aus dem Jahr 2006 mit mehr als 2200 Fällen. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, aber ein Antibiotikum zur Behandlung», so die Expertin.

 

Neben der Borreliose können Zecken in bestimmten Regionen Deutschlands auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, gegen die es eine Impfung gibt. Ein Risiko, sich bei Zeckenstichen mit dem FSME-Virus zu infizieren, besteht vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen.

 

03.04.2017 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Daniel Strauch