Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Rheuma-Medikament mit neuem Wirkstoff zugelassen

 

Lilly hat die EU-Zulassung für den Kinasehemmer Baricitinib (Olumiant®) erhalten. Zum Einsatz kommen soll der neue Arzneistoff bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis, die nicht auf eine oder mehr krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARD) angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Baricitinib darf als Monotherapie sowie in Kombination mit Methotrexat (MTX) angewendet werden.

Baricitinib hemmt zwei der vier bislang bekannten Januskinasen, JAK1 und JAK2. Er ist der erste Arzneistoff mit diesem Wirkmechanismus, der in der EU für Patienten mit rheumatoider Arthritis zugelassen wurde. Er soll die Entzündung bei Rheumapatienten reduzieren und folglich die Symptome bessern. In den Zulassungsstudien schnitt der Kinasehemmer besser ab als MTX oder MTX plus Adalimumab. Olumiant kommt als Filmtabletten in den Stärken 2 und 4 mg auf den Markt und muss einmal täglich eingenommen werden.

Wie andere Kinasehemmer auch ist das Nebenwirkungsspektrum breit. Am häufigsten traten in den klinischen Studien erhöhte Lipidspiegel, Infektionen der oberen Atemwege und Übelkeit auf. Vor und während der Therapie müssen Lipid-, Blut-, und Leberwerte überwacht werden.

Bei Patienten mit aktiven, chronischen oder wiederkehrenden Infektionen sollte der Arzt den Einsatz von Baricitinib abwägen. Tritt eine Infektion auf, muss der Patient überwacht werden. Kann die Infektion nicht mit einer Standardtherapie behandelt werden, sollte Baricitinib abgesetzt werden und erst nach Ausheilung der Infektion wieder eingenommen werden. Auch eine Reaktivierung einer vorangegangenen Virusinfektion mit Herpes- oder Hepatitis-Viren ist möglich. (dh)

17.02.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Andrey Popov