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Duftstoff: Ranzig bremst den Herzschlag

 

Der Geruch nach ranzigem Fett lässt das Herz langsamer und schwächer schlagen. Herzmuskelzellen verfügen nämlich über einen Rezeptor, der von der ranzig riechenden Pelargonsäure aktiviert wird. Die gesättigte, neun C-Atome lange Fettsäure und andere mittelkettige Fettsäuren wirken dabei negativ chronotrop und negativ inotrop. Das berichten Forscher um Dr. Nikolina Jovancevic von der Ruhr-Universität Bochum im Fachjournal «Basic Research in Cardiology».

In der Nase löst die Aktivierung olfaktorischer Rezeptoren (OR) bekanntermaßen verschiedene Dufteindrücke aus. Die Rezeptoren kommen aber nicht nur dort vor, sondern auch in diversen anderen Geweben im Körper. Sie sind unter anderem wichtig zur Beeinflussung der Schwimmrichtung von Spermien (Chemotaxis), bei der Wundheilung, bei der Apoptose und bei der Serotonin-Ausschüttung. Die Entdeckung, dass bestimmte OR in Krebszellen hochreguliert sind, brachte sie zudem als Tumormarker ins Gespräch. Professor Dr. Hanns Hatt, der als Seniorautor auch an der vorliegenden Studie beteiligt war, forscht seit Jahren über die Funktion von OR.

Die Arbeitsgruppe suchte zunächst mittels Genanalysen nach Duftrezeptoren in Herzmuskelzellen und fand, dass OR51E1 am häufigsten vorkam. Die gezielte Aktivierung dieses Rezeptors durch seinen Liganden Pelargonsäure reduzierte in vitro dosisabhängig die Schlagfrequenz und die Schlagkraft von Myokardgewebe. Analysen von menschlichem Blut und epikardialem Fettgewebe zeigten, dass mittelkettige Fettsäuren, die an OR51E1 andocken können, dort in Konzentrationen vorkommen, die zur Aktivierung des Rezeptors ausreichen. Sie waren im Blut von Diabetikern erhöht. «Das könnte sich negativ auf die Herzfunktion von Diabetikern auswirken», sagt Hatt in einer Mitteilung der Universität.

In 2-Ethylhexansäure identifizierte das Team einen strukturellen Antagonisten am OR51E1, mit dem sich die Wirkung von Pelargonsäure aufheben ließ. Hatt sieht eine mögliche therapeutische Perspektive für die Substanz. «Der Einsatz eines Blockers könnte in Zukunft helfen, die durch mittellangen Fettsäuren erzeugten negativen Wirkungen auf das menschliche Herz zu reduzieren, vor allem bei Patienten mit erhöhten Fettsäurewerten im Blut.» Der Agonist Pelargonsäure könnte dagegen bei Patienten mit stark erhöhter Herzfrequenz zum Einsatz kommen – möglicherweise sogar topisch in Form einer Salbe. «Wenn man die Stelle über dem Herzen einreibt, könnten genügend Duftstoffe durch die Haut gelangen, um eine Wirkung auf das Herz auszuüben; dafür gibt es erste Hinweise», so Hatt. Der Ranzgeruch dürfte in diesem Fall aber für Compliance-Probleme sorgen. (am)

DOI: 10.1007/s00395-017-0600-y

 

08.02.2017 l PZ

Foto: Fotolia/hriana

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