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Brasilien: Gelbfieber-Impfung für alle Reisende

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Jeder, der zurzeit nach Brasilien reist, sollte sich vorher gegen Gelbfieber impfen lassen. Hintergrund ist ein Ausbruch der Viruserkrankung in dem südamerikanischen Land mit mittlerweile 921 Fällen. Wie das Centrum für Reisemedizin (CRM) mitteilt, begann der Ausbruch im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten Brasiliens Anfang Januar mit wenigen Fällen. Einen Monat später sind bereits auch andere brasilianische Bundesstaaten betroffen; es gibt 161 bestätigte Krankheits-, 702 Verdachts- und 150 Todesfälle.

 

Die brasilianischen Behörden versuchen, den Ausbruch unter anderem durch Impfungen einzudämmen, und verteilen dazu 7,8 Millionen Impfstoffe in den Bundesstaaten Minas Gerais, Espirito Santo, Sao Paulo, Bahia und Rio de Janeiro. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Impfempfehlungen für Reisende verschärft. Waren bisher bestimmte Gebiete, zum Beispiel die Küstenstädte Rio de Janeiro, Sao Paulo, Salvador, Recife und Fortaleza von der Empfehlung ausgenommen, gilt sie nun landesweit. «Derzeit raten wir allen Brasilien-Reisenden, sich bis spätestens zehn Tage vor der Einreise gegen Gelbfieber impfen zu lassen», verdeutlicht Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. Es sei damit zu rechnen, dass die Ein- und Ausreisekontrollen der Gelbfieber-Impfung aktuell verschärft werden.

 

Das Gelbfieber-Virus wird durch tag- und nachtaktive Stechmücken übertragen. Charakteristisch ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit hohem Fieber. In einer zweiten Krankheitsphase kann es zu Gelbsucht, Blutungen und Multiorganversagen kommen – Komplikationen, die oft zum Tod führen. Gelbfieber ist eine international meldepflichtige Krankheit.

 

Die Impfung gegen Gelbfieber erfolgt mit einem Lebendimpfstoff (Stamaril®), den nur ausgewiesene Gelbfieber-Impfstellen verabreichen dürfen. Ein Lieferengpass dieses Impfstoffs ist laut Paul-Ehrlich-Institut zurzeit nicht gegeben. Die Immunisierung musste früher alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Nachdem Langzeitdaten gezeigt haben, dass eine einmalige Impfung einen lebenslangen Schutz bietet, ist das mittlerweile nicht mehr erforderlich. Die geänderte Empfehlung der WHO gilt seit dem 11. Juli 2016. (am)

 

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06.02.2017 l PZ

Foto: Fotolia/euthymia