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Bindehautentzündung: Besser keine Therapie in Eigenregie

 

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) sollten Betroffene nicht in Eigenregie behandeln. Wie die Apothekerkammer Niedersachsen mitteilt, sollte zunächst ein Augenarzt die Ursache klären, um die richtige Behandlung einzuleiten. Während sich bakterielle Bindehautentzündungen meist innerhalb weniger Tage mit antibiotischen Augentropfen behandeln lassen, sind virale Infektionen häufig langwieriger. Die Beschwerden wie gerötete Augen, Juckreiz und Sekretabsonderung können über Wochen anhalten.

Je nachdem, welche Viren die Konjunktivitis ausgelöst haben, verordnet der Augenarzt gegebenenfalls antivirale Augensalbe oder Augentropfen, beispielsweise mit Aciclovir oder Trifluridin. Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass eine Besserung trotz antiviraler Therapie dauern kann. Bei Verdacht auf eine bakterielle Superinfektion verschreibt der Augenarzt zusätzlich antibiotische Augentropfen oder Augensalbe.

Gefäßverengende Augentropfen, die α-Sympathomimetika wie Tetryzolin enthalten, sind dagegen bei einer viralen Konjunktivitis nicht empfehlenswert. Zwar sieht das Auge durch diese sogenannten Weißmacher gesünder aus und die Symptome können kurzfristig gelindert werden, doch mindert sich bei häufiger Nutzung die Tränenproduktion und das Abheilen der Infektion wird verlangsamt, warnt die Apothekerkammer. Auch von Hausmitteln wie Kamillenteebeutel-Auflagen und Waschungen mit Kräutertees rät die Apothekerkammer aufgrund des allergenen Potenzials und mangelnder Sterilität ab. Verkrustungen können Patienten mit steriler 0,9-prozentiger Kochsalzlösung oder sterilen Augentüchern abgelösen.

Bei Abgabe von Arzneimitteln für die Anwendung am Auge sollte das pharmazeutische Personal immer die korrekte Applikation erklären. Bakterielle und virale Bindehautentzündungen sind hoch ansteckend, daher sind Hygienemaßnahmen das A und O, um andere nicht anzustecken und sich selbst nicht zu reinfizieren. So darf beispielsweise die Tropferspitze oder die Salbentube nicht mit dem Auge oder den Wimpern in Kontakt kommen. (dh)

18.01.2017 l PZ

Foto: Fotolia/ Photographee.eu