Unschöne Bescherung: Zecken am Weihnachtsbaum |

Um die Weihnachtszeit denken die wenigsten Menschen an Zecken, doch die Spinnentiere und Überträger verschiedener Krankheiten sind zunehmend auch im Winter aktiv – und können es sich durchaus auf dem Weihnachtsbaum bequem machen. Davor warnt der Informationsdienst zecken.de.
Zecken mögen es laut einer Gartenstudie der Universität Hohenheim warm und feucht und verharren im Winter daher meist unter einer dicken Laubschicht. An milden Tagen könne es aber vorkommen, dass die Tiere wieder mobil werden und sich auf die Suche nach einer Blutmahlzeit machen. Dafür klettern sie auf liegende oder stehende Bäume in Höhen bis zu 1,50 Meter.
In einer Pressemitteilung empfiehlt der Zeckeninformationsdienst daher, den Weihnachtsbaum vor dem Aufstellen in der Wohnung einige Tage im Keller oder der Garage zu lagern. Die Zecken erwachten dann aus ihrer Winterstarre und krabbelten fort. Auch das Schütteln des Baumes vertreibe eventuelle Zecken. «Hat es eine Zecke bis in die Wohnung geschafft, sollte diese schnellstmöglich mit Klebeband eingefangen und entsorgt werden», heißt es dort weiter. Zudem sollte nach dem Schmücken des Tannenbaums nicht vergessen werden, sich nach Zecken abzusuchen – auch wenn es den Tieren im Winter durch lange Kleidung meist erschwert sei, an die Haut zu gelangen.
Professorin Ute Mackenstedt, Parasitologin von der Universität Hohenheim, sieht in der Zecke «das gefährlichste Tier Deutschlands», das durch den Klimawandel zudem zu einem fast ganzjährig aktiven Tier geworden sei. Die Zecken seien bereits ab Februar aktiv und blieben es bis in den Dezember hinein. »Wir sind es nicht gewohnt, in ehemals kalten Monaten mit Zeckenstichen zu rechnen, und schützen uns dementsprechend nicht«, warnte Mackenstedt bereits Anfang des Jahres. Auch Ärzte dächten im Winter bei Symptomen, die auf eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hindeuten, nicht an einen Zeckenstich.
Neben der FSME können Zecken auch Erkrankungen wie Borreliose übertragen. Diese beginnt oft mit einer Rötung, die sich ringförmig um den Zeckenstich herum ausbreitet, die sogenannte Wanderröte. Weitere Symptome können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber sein. Unbehandelt sind Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen möglich. Das FSME-Virus kann beim Menschen grippeähnliche Symptome und in besonders schweren Fällen eine Hirnhautentzündung auslösen. Im Extremfall verläuft die Krankheit tödlich. Anders als bei der Borreliose gibt es bei FSME kein Gegenmittel – jedoch eine Schutzimpfung. Diese besteht aus drei Teilen: Die zweite Dosis spritzt der Arzt zwischen ein bis drei Monate nach der ersten Impfung, die dritte je nach Impfstoff entweder fünf bis zwölf oder neun bis zwölf Monate später. Eine Auffrischung wird alle drei bis fünf Jahre empfohlen. (ke)
22.12.2016 l PZ
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