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Tularämie: Frau infiziert sich mit Hasenpest

 

Eine Frau aus Karlsruhe hat sich mit Tularämie, der sogenannten Hasenpest, infiziert. Laut der Nachrichtenagentur dpa bestätigte dies heute die Leiterin des städtischen Amtes für Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen, Alexandra Börner, in einen Bericht der «Badischen Neuesten Nachrichten» (BNN). Dass die Krankheit auf den Menschen übertragen wird, kommt laut Karlsruher Veterinäramt «sehr selten» vor.

 

Die infizierte 41-jährige Frau habe Ende Juni ein Fitness-Camp besucht, bei dem die Teilnehmer auch durch den Schlamm krochen. Eine Woche habe sie hohes Fieber bekommen. Es werde nun vermutet, dass das Bakterium auf diesem Weg oder durch den Stich einer Bremse in ihren Körper gelangt sein könnte, so die dpa weiter.

 

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist Tularämie eine relativ seltene Zoonose. In Deutschland seien in den letzten Jahren zwischen 20 und 30 Fälle der meldepflichtigen Erkrankung übermittelt worden. Auf Menschen könne das Bakterium Francisella tularensis beispielsweise über Kontakt von Haut oder Schleimhäuten mit infektiösem Tiermaterial oder kontaminiertem Wasser erfolgen. Auch der Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch oder ein Stich oder Biss von infizierten Mücken oder Zecken kommt laut RKI in Frage. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei nicht bekannt.

 

Abgesehen von allgemeinen Symptomen wie Fieber, Unwohlsein und Muskelschmerzen ist das klinische Bild der Tularämie sehr unterschiedlich. Je nach Eintrittspforte des Erregers entstehen verschiedene Krankheitsformen. Während die Krankheit bei Tieren fast immer tödlich verläuft, ist dies bei Menschen laut RKI bei 2 bis 10 Prozent der Patienten der Fall. (ke)

 

22.09.2016 l PZ

Foto: Fotolia/fotohansel